m^^-^^y'^Mm^^^mm^^m^ HARVARD UNIVERSITY. LIBRARY MUSEUM OF COMPARATIVE ZOÖLOGY. ■^^f--^V>^- * -0 Actlnien« Kcliinoderineia una If llrmer 4es Adriatischen - und Mittelmeers nach eigenen Sammlungen beschrieben von Dr. Adolph Eduard Ciriibe^ Privatdocenten an der Universität zu Königsberg. Mit einer Steindrucktafel. Verlag von J. H. Bon. '" 18 4 0. #> *)«- '^ * Dem Königlich - Preussischen Geheimen Legationsrath , General - Director der Königlichen Museen, Ritter des rothen Adlerordens Herrn ü i von Olfers ehrerbietigst ;^u geeignet von dem Verfasser. t t> V o r IV o r t. Das Mittelmeer gehört offenbar zu denjenigen Gewässern, deren Bewohner den Naturforschern alter und neuer Zeit am meisten bekannt waren: die Kü- sten Italiens und des südlichen Frankreich werden nicht allein von den Gelehr- ten und Sammlern ihrer Nationen beherrscht, sondern sind oft genug auch von Deutschen besucht worden, und doch kehrte keiner heim, der nicht selbst bei kürzerem Aufenthalt die Wissenschaft mit einigen neuen Thieren berei- chert hätte. So finde auch ich unter den dort gesammelten Actinien, Echino- dermen und Würmern, deren Beschreibung der Gegenstand dieser Abhand- lung ist, gar manche, entweder gänzlich unbekannte, oder vielleicht in einer mir unzugänglichen Schrift aufgeführte Art; indess habe ich die Heraus- gabe meiner Arbeit nicht in der Absicht unternommen, um als Schöpfer neuer Arten oder Gattungen genannt zu werden, sondern weil ich mich in der Lage befinde, zu Gegenständen, die zwar schon lange getauft, aber oft nur flüchtig aufgefasst waren, ausführlichere Beschreibungen liefern, die von früheren Beobachtern gelassenen Lücken ausfüllen, und mehrere Species bes- ser feststellen zu können. Kurze Characteristiken sind vortrefflich für die Ue- bersicht eines schon bekannten Feldes, doch häufig genügen sie nicht, sobald sich's um einen neuen Fund handelt, und wie lange sind oftmals zwei wesent- lich verschiedene Geschöpfe, unter einerlei Namen zusammengefasst, von Buch zu Buch übertragen worden, bis die Schärfe der genaueren Beschreibung sie trennte! Ich bin daher, besonders bei den Anneliden, zuweilen bis in's schein- bar Geringfügige gegangen j zum Fortwerfen des üeberflüssigen kommen die Späteren Zeit genug. — 1 Die fast überall angegebenen Grössenverhältnisse haben natürlich für manche Seethiere bloss einen relativen Werth, es sind oft nur Maasse eines einzelnen Falles und einer augenblicklichen Ausdehnung, nicht Mittel aus meh- reren Messungen, und ich verwahre mich hiedurch im Voraus gegen die Be- schuldigung, durch Hinzufügung der Millimeter bei Thieren, die einer oftmals so bedeutenden Verlängerung und Verkürzung fähig sind, eine Charlatanerie begangen zu haben. Endlich habe ich es nicht für überflüssig erachtet, von jeder Species den genauem Fundort mitzutheilen: ist er nicht ausdrücklich genannt, so er- hielt ich sie aus dem Golf von Neapel. So hoffe ich nicht allein die Kennt- niss von der Verbreitung der Thiere im Mittelmeer in etwas gefördert, son- dern auch zugleich den mit bestimmten Zwecken reisenden Sammler auf dies und jenes aufmerksam gemacht zu haben. Was neue Art- und Gattungsnamen anlangt, so habe ich sie nur, wo mir's unvermeidlich schien, und mit Behutsamkeit gewählt, und lieber alte Gattungs- beo^riffe durch Fortlassung unwesentlicher Merkmale erweitert, manches abwei- chende als Uebergangsstufe mit hineingeschoben, nicht genau genug beobach- tete Arten vorläufig lieber unter den Varietäten aufgeführt, als sofort dafür neue Namen erfunden, und ich glaube, dass dieses Verfahren weder der Wissen- schaft schaden, noch dem umsichtigen Systematiker seine Arbeit erschweren wird. Die Abbildungen sind nach der Natur ausgeführt, und so getreu aufge- fasst, dass sie auch demjenigen, der diese Thiere in Museen aufbewahrt sieht, ein wahres Bild von ihnen geben: einige von ihnen hat Herr Kabau in Triest und Herr Antonio Gallo in Venedig gemalt, die andern, ein paar unbeträcht- liche selbstgefertigte abgerechnet, verdanke ich der Gefälligkeit des Herrn Zobel und meinen Freunden Sartorius von Waltershausen und Listing, mit de- nen ich eine lange mir unvergessliche Zeit in den Umgebungen des Vesuv und Aetna zusammen gelebt. Ihnen allen rufe ich nochmals meinen herzlichen Dank aus der Ferne zu! 11 r! r^ O { ■ ' » w r ■ * • n ■ » •j'^N.i !• Polypen« Familie der Actininen. ACTINIA Subgen. Isacmaea. Ehr. Act. rliododactylos mihi. — Fig. 1. — JMüller in seinem Prodromus zool. Danicae erwähnt einer A, digitata, von der er allein die Färbung angiebt „fulva, punctis albis, cirris roseis. " Ich finde diese Axt nirgend anderswo ausführlicher beschrieben, doch rechnet sie Ehrenberg zu den Entacmaeen, und sie muss also mehrere Tentakelkreise besitzen, während meine Art entschieden eine Isacmaea ist. Der cylindrische Leib ist weich, von beträchtlicherer Länge als Breite und nicht sehr veränderlich. Seine Farbe ist schmutzig citronen- fast rostgelb, mit zahlreichen, aber regellos gestellten zinnoberrothen Puncten besät, hellgelbe Längsstreifen schimmern hindurch. Maximum der Länge 1,9 Centimeter, der Breite 1,4 Centimeter. Minimum „ 1,0 „ 0,8. Der graulichweisse Fuss übertrifft, wenn er sich festsetzt, den Leib an Breite. Der Mund der graulichweissen Scheibe ist von einem strohgelben breiten Ring eingefasst, wel- cher aus kreisförmig an einander gereihten lanzettförmig zugespitzten Blättchen besteht; al- les übrige ist grau und fein strohgelb gesprenkelt. Die Fühler machen nur einen einfachen Kranz aus, sind fingerförmig gestaltet, ro- senroth und durchscheinend, und von der Basis eines jeden läuft gegen den Mundkreis hin ein breiter strohgelber Streif, doch ohne ihn zu erreichen. Die Oberseite der Fühler ist weiss gefleckt, die Spitze weiss; ihre Länge beträgt ausgestreckt 0,S^- l* Diese nietlliche Art fand ich auf der Unterfläche eines Steines an der Küste der In- sel Veglia bei Fiume. Act. bimaculata mihi. — Fig. 4. Der cylindrische 3<^- lange, und fast eben so breite Leib ist bleich fleischfarbig oder graulich, mit Längsreihen grauer zeitweise dunklerer Punkte besetzt, die sich an dem einen Exemplar deutlich über die Oberfläche erhoben, wie kleine Perlen, und Saugwarzen vorstel- len, obschon ich sie nicht mit fremden Körperchen besetzt fand. An demselben Thier wa- ren 6 Reihen ähnlicher Punkte weiss und regelmässig zwischen den übrigen vertheilt. Geschlos- sen sah diese Art conisch aus. — Der graulich-weisse Fuss konnte sich etwas ausbreiten. Die Scheibe chamois, in's ochergelbe übergehend, wird sternartig durch dunkle, vom Mund ausgehende Streifen gezeichnet. Der Eingang in den Mund ist strohgelb, und trägt zwei einander gegenüberstehende hochrosenrothe Flecken von abgerundet dreieckiger Eorm, woher meine Benennung. Fülüer alle gleich, in 3 Kreisen gruppirt, graulich durchscheinend, auf ihrer ehern Seite mit je vier weissen, querovalen oder halbmondförmigen Flecken besetzt, welche eine Längsreihe bilden; an den Seiten wird die Färbung dunkelgelblich, oberhalb öfter fast vio- lett. — Ihre Form ist kurz zylindrisch , die Länge etwa , 9^- Ich entdeckte diese zierliche Actinie auf Steinen im Wasser am Gestade der Insel Veglia bei Fiume, und erhielt sie auch in Palermo. ^;i), Act. atrimaculata mihi. '"•'' Eine kleine Art, 0,7 <^ lang und 0,6^. breit: Die Scheibe sandweiss mit kleinen schwarzen Fleckchen überstreut. Sie besitzt 3 Kreise massig kurzer fingerförmiger, aschgrau und braunmarmorirter Füh- ler, deren Basis etwas grünlich. Ihre Länge beträgt 0,3''- Diese Actinie kam nur einmal, in Palermo, in meine Hände, und ist nicht genügend beobachtet worden. Act. rubripunctata mihi. . ' Leib capergrün mit Längsreihen von kirschiothen Saugwärzchen besetzt, Der bräun- liche Fussrand kann sich etwas ausbreiten. Die Scheibe, ebenfalls capergrün , trägt 3 Kreise dünner, ziemlich kurzer durchschei- nender Fühler, von denen die Innern mehr eine bräunliche, die äussern mehr eine bleiche Farbe haben. Sie scheinen alle gleich lang. • Die ganze Form dieser Actinie ist cylindrisch, weniger breit als hoch, die Höhe be- trägt ungefähr 2^- Ich konnte diese in Neapel erhaltene Art leider nur kurze Zeit beobachten. Die Rei- hen von Saugwärzchen erinnern an A. glandulosa Otto*), von welcher meine Art wieder durch die Beschaffenheit der Fühler und durch die Färbung abweicht. Dasselbe gilt von der ebenfalls ähnUchen A. bimaculata. g^^_ Entacmaea Ehr. Act, aurantiaca deiie Chiaie**). — Fig. 5. Unter den im Golf von Neapel wohnenden Actinien beschreibt delle Chiaie eine Art, die er als A. aurantiaca so characterisirt : „corpore vittis longitudinalibus albis aurantiacis alternantibus, tentaculis laete virentibus multiseriatis confertis extremitate rubris" und mit welcher die meinige so übereinstimmt, dass ich nicht anstehe, sie unter diesem Namen auf- zuführen, obwohl ich zweierlei Merkmale bei delle Chiaie vermisse: die Wärzchen am obern Theile des Körpers und die Oeffhungen an den Spitzen der Fühler. — Sie gehört zu dem Subgenus Entacmaea Ehrenbergs, kann aber mit keiner der dortgenannten Arten verwech- selt werden. Der Leib ist im Allgemeinen cylindrisch, jedoch so verschiedenartiger Ausdehnung fähig, dass er bald nach oben zu aufgeblasen aussieht, wie eine Keule, bald nahe dem Bande der Scheibe eingeschnürt, bald beinahe tonnenartig erscheint} war er lang ausgestreckt, so konnte er sich wie ein Stengel krümmen, zuweilen so stark, dass die Fühler den Fuss- rand berührten. Auch die Maasse difieriren bedeutend je nach dem Zustande der Ausdehnung, in welchem sich das Thier befindet, so fand ich bei demselben Exemplare: der Länge Maximum 9,1<'- der Breite Maximum 5,2^* Minimiun 3,4 Minimum 2,4 nur darf man sich die Maxima der Maasse ebensowenig gleichzeitig denken als die Minima. . — Die Färbung unserer Actinie erhebt sie zu einer der schönsten und prächtigsten dieser *) Act. Leopold. Vol. XI. pag. 293, **) delle Chiaie. Memorie suUa storia e notomia degli Bnimali senza vertebre del regno di Napoli. Vol" II. (ab. XXIX. Fig. 25. Vol. III. pag. 71. Gattung. Der Leib ist weiss, ein wenig gelblich, mit etwa 12 zinnoberrothen oder auch orangegelben, unregelmässigen Längsbanden geziert, oft könnte man die Zeichnung richtiger flammig oder marmorirt nennen. — Nach oben hin gegen den Rand der Scheibe, welche die Tentakeln trägt, verschwindet allmählig das Rothe, und es treten auf einem graulich- braunen lichten Grunde Längsreihen kleiner weisser Fleckchen hervor, welche ich für schwa- che Saugwärzchen halte *). So lange die Actinie noch frisch und kräftig war, bemerkte ich einen Wechsel der Färbung, indem bald jene weisse Pünktchen auf grauem Grunde sich vergrösserten, und dabei flacher wiuden, bald die rothen Banden sich erweiterten. Die Scheibe, im ausgedehnten Zustande etwas breiter als der Leib, ist graulich -grün, bei mehreren Exemplaren die Mundöffnung mit einem breiten violetten Saum eingefasst. Auf der Scheibe erhebt sich ein dreifacher Kranz von graulich -grünen an der Spitze vio- letten Fühlern. Die Oberseite derselben ist viel heller als die Unterseite und spielt in's Gelbliche, die Färbung beider Seiten immer scharf begrenzt. Die Fühler der beiden in- nersten Kreise, deren jeder etwa 25 zählt, stehen abwechselnd, und von der Basis eines je- den dieser Fühler läuft ein massig breiter weiss! icher Streif gegen den Rand der Mundöff- nung hin; die des äussersten Kreises stehen dicht gedrängt und ihre Menge beträgt unge- fähr doppelt so viel, also 50. — Die Form der Fühler ist cylindrisch- kegelförmig, ziemlich dick, ihre Länge so verschieden zu verschiedenen Zeiten, dass sie zwischen 2,9 Centimeter Und 0,9 C. Schwankt; immer sehen die äussern ein wenig schlanker aus, und bei allen zeigt die Spitze eine Oeffnung. Der Fuss ist platt, wie ein Boden eingesetzt, nicht breiter als der Leib, wie bei vie- len Actinien, und erscheint eben oder convex, doch immer abgesetzt, d. h. ohne sich mit dem untern Theil des Leibes zu einem Ganzen zu runden; seine Zeichnung ist weiss mit zinnoberrothen, unregelmässigen aus dem Centrum strahlenden Streifen, welche in die Ban- den des Leibes am Rande übergehen. Die Consistenz des Körpers war fleischig, nicht sehr weich, die Oberfläche fühlt sich glatt, nach oben etwas rauh an. In einem Grade, wie ich bisher an keiner Actinie bemerkt, konnte diese ihre Scheibe nach allen Richtungen hin bewegen und verschieben, sie auch so in den obern Theil des Leibes hineinziehen, dass dieser sie wie ein Wulst oder Wall umkränzte. Auch sind mir nirgend sonst so starke Umstülpungen des Magens vorgekommen, denn er trat nicht nur *) An Weingeistexemplaren , welche theilweise ihre Oberhaut verloren, siebt man, dass sich dieLängs- muskelstreifen des Leibes nach oben zu stellenweise spalten und wieder vereinigen} auf diese Weise bildet sich in jedem derselben eine Reihe Verüefungen, wie sie die Bildung von Saugnäpfen voraussetzt. theilweisc oder mit einer Hälfte heraus, sondern die Umsliilpung geschah hei mehreren Exem- plaren so vollständig, dass man fast den Boden des Magens erblicken konnte, die Magen- wände das Thier äusserlich begrenzten, und nur vom untern Theil des Leibes ein kleines Stück der ursprünglichen roth und weiss gestreiften Aussenwand zum Vorschein kam; hier- durch gewann das Ganze das Aussehen von gewissen Pilzen, der eigentliche Leib bildete den Stiel, der umgestülpte Magen den Hut des Pilzes. — Während dieses Zustande?, wel- cher bei einigen schon 14 Tage vor ihrem Tode eingetreten war, sonderten die Fühler viel braunen übelriechenden Schleim ab, der durch die Öffnung an der Spitze reichlich hervorquoll. Drückte man die Magenwand etwas gegen den Boden hin, so trat er auch hier hervor. An der umgestülpten Magenwand bemerkte ich feine Längsfalten bis auf einen breiten Längsstreif in jeder Hälfte, welcher glatt erschien. — Uebrigens waren diese Umstülpun- gert nicht durch einen äussern Reiz veranlasst. Sie erfolgten von selbst, vielleicht in Folge des Hungers oder des Mangels an fliessendem Meerwasser, und hatten sie sich erst soweit über den Körper verbreitet, wie ich beschrieben, so war das Thier verloren. Ich entdeckte diese prächtige Actinie am Gestade der Insel Veglia (im Quarnero von Fiume), wo sie an niedrigen, vom Meer bedeckten Klippen sass, und zwar in den von Sand und Geröll ausgefüllten Höhlungen derselben. Bei der geringsten Berührung zog sie sich augenblicklich dazwischen zurück, so dass ich nur mit Mühe die Stelle ihrer Anheftung merken oder sie festhalten konnte, und zum Ablösen derselben von den Klippen musste ich mich der Fingernägel bedienen. Doch schien sie dort minder selten vorzukommen als in dem Golf von Neapel; denn delle Chiaie erzählt, dass er nur 2 Exemplare erhalten habe, während es mir bei meiner zweitägigen Excursion nach Veglia gelang, deren 6 einzusam- meln. Alle meine Exemplare von Veglia waren weiss und feuerroth gezeichnet, das ein- zige, das mir Neapolitanische Fischer brachten, weiss und orangegelb, wie delle Chiaie all- gemein die Farbe angiebt; vielleicht wechselt die Farbe dieser Actinie mit dem Fundort. — Was Aufenthalt und Lebensweise betrifft, so bietet Act. aurantiaca manche Aehnlich- keit mit A. bellis Ell. und mutabilis Grav. dar, auch meine ich einmal beobachtet zu haben, dass sich an dem obern Theil des Leibes kleine Steinchen befestigt hatten. Act. Zebra mihi. Körper regelmässig braun und weiss längsgestreift, 1,1^- breit und etwas höher. Die Eileiter, welche beim Verletzen der Kürperwandung sich herausdrängten, waren orangegelb. Die Scheibe, röthlich graubraun, trägt 3 Kreise schlanker, zugespitzter Fühler von etwa CjS*^' Länge; doch waren die innern ein wenig länger, sie wechselten in ihrer Stel- 8 lung mit einander ab, und ihre Zahl betrug in jedem der beiden innern Kreise 1-2, in den äussersten hingegen 24. Die Mundöffnting selber hellviolett, sandte gegen die Basen der Fühler dunkle Streifen aus. — Ich erhielt sie bei Catania. Unter demselben Namen führe ich eine zweite Seeanemone auf, welche, soweit ich sie beobachten konnte, manche Aehnlichkeit mit der eben beschriebenen zeigt, aber doch in manchen Stücken wieder abweicht. Sic ist etwa 1^- breit, der Leib castanienbraun mit weissen, etwas in's Grünliche fallenden schmalen Längsstreifen regelmässig bandirt, die Scheibe braun, der Mund fleisch- farbig die Tentakeln einfach braun, schwach durchscheinend, dünn, ziemlich kurz, mehrere Kreise bildend, deren Zahl, da ich dieses Thier nur einen Augenblick geöffnet gesehen habe, ich mit Genauigkeit nicht bestimmen kann. — Tage lang blieb sie geschlossen und behielt dann eine fast kegelförmige Gestalt, so fand ich sie zur Ebbezeit auf Steinen ausserhalb des Meeres an denselben Orten, bei Triest, wo ich A. meserabryanthemum und ad- spersa sammelte. Als sie sich endlich aufschloss, erschien sie von oben nach unten ein wenig zusammengedrückt. Ich fand sie nur zweimal. — Die Streifung hat sich im Wein- geist nicht verwischt, es sind aber stärkere Querrunzeln sichtbar geworden als im Leben selbst. — Die letztbeschriebene Art erinnert vielleicht an A. stellula Ehrbg., von der es je- doch heisst „ extus flavescens, longitudinaliter obscurius striata, orio disco virescente, ten- taculis hyalinis, cinereo fasciatis, ordine simplici." Die Act. mutabilis Grav. Nr. 2*) verdient wohl eine nähere Vergleichung mit unserer. — Müller endlich beschreibt zwei Ar- ten deren Figuren von meiner A. Zebra nicht sehr abweichen, nämlich A. undata (tab. LXIII. Fig. 4), deren Körper zwar längsgestreift, aber ganz weiss ist, und A. viduata (tab. LXIII. Fig. 7), welche grau und weiss gestreift ist, und weisse Fühler besitzt. Act. Chamaeleon mihi. Diese Actinie hat mancherlei Auffallendes, zuvörderst wegen des Verhältnisses, das gewöhnlich ihre Höhe zur Breite annimmt; sie erscheint nämlich gewöhnlich lang cylindrisch. Der durch Unebenheiten und winzige Saiigwärzchen rauhe Leib von erdbrauner Farbe ist fein weiss getüpfelt, und diese Fleckchen verändern sich während des Lebens: in der Expan- sion sehe ich am obern Theil feine weisse Längsstreifen, in der Contraction runzelt sich die Haut sehr stark in die Länge und Quere, und man erkennt deutlicher die kleinen Wärzchen. Der Fuss ist matt roth, meistens convex an den Weingeistexemplaren. *) Gravenhorst. Tergestina pag. 142. 9 Die Mundöffnung ist feuerroth, von einem schwärzlich blauen schmalen Ring umge- ben, den zwei einander gegenüberstehende querovale Flecken zieren, die Scheibe selbst braun; zu den innersten Fühlern gehen sternförmig dunkle Streifen vom Centro aus. Pe- riodisch verändert sich auch hier die Färbung, ich sah den obern Rand der Scheibe violett werden , und es kam ein kirschrother Ring zum Vorschein , der ihn von dem mehr untern in die Seitenwand übergehenden Wulst sonderte, letzterer nahm eine röthliche Farbe an. Wegen dieser abwechselnd hervortretenden und verschwindenden Färbungen habe ich diese Art A. Chamaeleon genannt. Die Fühler sind kurz, cylindrisch, graulich -weiss, an der Basis graulich schwarz, die nach innen stehenden mehr braun; ihre Spitzen weisslich und durchbohrt. Diese Organe stehen in 3 Kreisen, der äusserste zählt beinahe noch einmal so viele als jeder der innern, welche abwechselnd gestellt sind, und grösser. — Gewöhnlich waren die Fühler vollkom- men eingezogen, und in diesem geschlossenen Zustande könnte man das Thier, zumal we- gen seiner langgestreckten, oft gekrümmten Gestalt, auf den ersten Anblick wohl für eine Albione ansehen oder für eine Holothurie; hatte es sich aber fast kugelig contrahirt, so gewann es Aehnlichkeit mit manchen Ascidien. An meinem grossesten Spiritusexemplar fand ich die Länge 4,1^- die Breite 1^ und am kleinsten „ „ „ „ „ 0,9 „ 0,5. Die äussere Haut zeigt bei Act. Chamaeleo eine beträchtliche Dicke, geht auch im Weingeist nicht so leicht ab als an den andern Actinien, und bleicht wenig aus. Die Füh- ler schrumpfen darin fast bis zu Wärzchen ein, und lassen einen rothen Längskanal erkennen. Ich sammelte davon mehrere Exemplare theils in Neapel, theils in Palermo; an beiden Orten wurde sie mir von Fischern gebracht. Act. rosula. Ehr. Vermuthlich, denn ich fand nie Gelegenheit meine Actinie ganz geöffnet zu beobach- ten, ist die hier beschriebene Art einerlei mit der genannten Ehrenbergschen. Sie war etwa IC- hoch, weiss, etwas durchscheinend und stell weise bläulich, die Fühler von derselben Fär- bung und, wie es schien, kurz. Die Gestalt des Thieres veränderte sich auffallend, indem mitunter zwischen dem obern und untern Theil eine mehr oder minder starke Einschnü- rung, und auf diese Weise zwei Wülste entstanden; da der untere breiter war als der obere sah die Figur wie ein Turban aus; zuweilen zeigten sich auch schräg- laufende Einschnürun- gen, wodurch gewisse schneckenartige Umläufe oder Windungen zum Vorschein kamen. Der Fuss dehnte sich beim Festsetzen aus. Ich erhielt sie nur einmal in Catania. 10 Act. IMesembryanthemum Ell. et Soi., Rapp. Act. rubra Grav. und delle Chiaie") — Act. corallina Risso. — Act. zoaata Rathke "). Be.sonders häufig bei Triest; so oft ich nach dem sogenannten neuen Lazareth fuhr, und dann weiter hinauf nördlich längs dem Ufer ging, fand ich sie regelmässig an den gros- sen Steinen, zur Zeit der (freilich unbedeutenden) Ebbe meist ausserhalb des Meeres, und, wie schon Rapp bemerkt, an den schattigen Stellen; aber immer in geschlossenem Zustande. Die Mehrzahl war dunkler gefärbt als Rapp angiebt ***), dunkelblutroth , einige hraunroth mit einem Stich in"s Gelbe und undeutlich gefleckt. Bei manchen traten die feinen Längs- linien des Leibes deutlicher, bei andern weniger deutlich hervor. — Risso erwähnt bei sei» ner A. corallina zwar des bläulichen Fusssaumes, aber nicht der Papillen am äussern Seheibenrande, delle Chiaie beschreibt diese weiss oder weisslich, ich fand sie immer hell- blau. Rathke's A. zonata vom schwarzen Meer ist vemiuthlich bloss eine braune Abände- rung; alle von ihm gesammelten Fxemplare zeig;trn aber dieselbe Farbe. Act. adspersa Grav. Act. concentrica Risso. — Act. Carl delle Chiaie. Sie theilt das Vorkommen mit der vorigen bei Triest, und ist auch an den grossen Steinen der Murazzi hei Venedig nicht selten. Meine Exemplare zeigten fast alle eine braune Farbe mit dunkleren Ringlinien, einige mit braunen Fleckchen, einen hellblauen Fusssaum, weisse Papillen am Scheibenrande und bräunliche durchscheinende Tentakeln. Ein paar Male sah ich diese schön orangegelb. Alle drei genannte Naturforscher trennen beide Arten von einander. Gravenhorst be- ruft sich auf die dünnere Form der Fühler bei A. adspersa und ihre geringere Leibes- grösse. Doch habe ich von letzterer wohl eben so grosse Exemplare gefunden als die an- sehnlicheren von A. rubra, die Fühler sehen, weil sie durchscheinender sind, dünner aus als sie wirkiicli sind, und so bleibt als Hauptunterschied die Färbung übrig, die doch auch, wie man aus den Beschreibungen ersieht, sehr variirt, und von der man nicht weiss, wieviel man darauf bei diesen so veränderlichen Seethieren geben darf. — Sind beide aber in der That Varietäten einer Species, so steht wenigstens fest, dass nicht blosse locale und tem- poräre Einflüsse diese Verschiedenheit hervorrufen , denn ich traf beiderlei Thiere neben ein- ander an, »ind zwar zur Herbstzeit, in welcher nach Gärtner A. mesembryanthemum *) 1. c Vol. II. lab. XV 11. Fig. 1. pag. 242. 283. •*) Fauna der Krym. pag. HO. •") Ueber die Polypen tab. II. Fig. \. 11 grün oder braun werden soll, sowohl in kleinen als grossem Exemplaren. — Beide las- sen sich unter Entacmaea Mesembryan themum Ehrbg. vereinigen. Act. Cereiis Ell. et vSoi., Rapp. Entacmaea Cereus Ehr. — Act. viridis Grav., aber nicht Priapos viridis Forskael. Oftmals sowohl bei Triest als bei Fiumc beobachtete ich sie im Meere, an Felsen angeheftet; ihre graulichgrüne, lange Fühler hingen schlaff herab, und schwankten mit der Bewegung des Wassers hin und her, so dass ich mehrmals versucht war, sie für Seepflan- zen zu halten. — Bei mehreren auf der Insel Veglia gefangenen Exemplaren waren die Fühlerspitzen nicht violett, sondern grün wie der übrige Theil der Fühler. Ich führe hier noch eine andere, ebenfalls gestreifte und im Habitus der A. Cereus ähnliche Actinie an: sie war grünlichbraun, die Streifen dunkler, weiss eingefasst, die Ten- takeln grünlichbraun und weiss gefleckt, wurmförmig, viele Kreise bildend, deren innerster etwa 10 enthält. — Länge des Leibes über 2*^- — Ob dies eine Varietät der vorigen sei oder eine eigene Art, wage ich nicht zu entscheiden. c< i i- , i^i ^ ^ Subg. Ectacmaea Ehr. Act. elongata mihi. Von vielen andern Actinien unterscheidet sich A. elongata durch ihren Habitus; denn ihre Länge ist nicht nur zeitweise, sondern beständig im Verhältniss zur Dicke sehr be- trächtlich; nie habe ich diese Art kugelig oder apfelförmig contrahirt gesehen, und überhaupt fast gar keine Veränderungen der Körpergestalt bemerkt, nie auch ihre Fühler eingezogen gefunden, deren Länge und Dünnheit ihr eine entfernte Aehnlichkeit mit dem Obertheil ge- wisser grosser Sabellenarten verleiht. Der Leib bildet einen schmalen hohen C'ylinder, dessen Fuss sich durchaus nicht ver- breitert, jener ist dunkelviolett gefärbt, dieser weiss. Da die Muskelfasern der Leibeswan- dung weniger stark als oftmals sonst bei .\ctinien ausgeprägt sind, so erscheint auch die Oberfläche der Haut selbst in Weingeist nicht runzelig, sondern glatt. Die Oberhaut löst sich in grossen Lappen ab. Die dunkelbraune Scheibe ist mit einem dreifachen Fühlerkreis bekränzt; von dem in- nersten begeben sich hellere Strahlen zur Mundöffnung, und seine Tentakeln stehen abwech- selnd gegen die des zweiten; der dritte Kreis enthält so viele als in den beiden innern zusammengenommen existiren. — In jenen sind die Fühler meist einfach weiss gefärbt, bei den äussern hingegen wechseln regelmässig weisse und violette breite Ringel. Zuweilen wa- ren die Fühler des innersten Kranzes ganz violett und ihre Spitzen lichtgrün. Die dunkeln o * 12 Zwischenräume zwischen den hellen Strahlen der Scheibe laufen auf den zweiten Kreis zu, und färben sich an dessen Basis violett. — Alle Fühler sind wurmförmig, allmählich spitz zugehend und besonders lang im äus- sersten Kreise, nämlich mehr als halb so lang als der Körper; man nimmt an diesen vor- zugsweise wahr, dass sie sich durch Schlängeln verkürzen oder selbst spiralförmig einrollen können, an den innersten aber, dass sie am Grunde ein wenig angeschwollen sind. Zu dem Besitz dieser sehr ausgezeichneten Art gelangte ich einigemale sowohl in Nea- pel als Palermo; die in Weingeist aufbewahrten, nicht sehr eingeschrumpften Exemplare messen 4,4^- bis 5,5^- in der Höhe, und 1,9^- in der Breite. Ausser der A. crispa Ehrbg., deren sehr lange Fühler sich auch spiralartig zusam- menrollen sollen, die jedoch eine Entacmaea ist, habe' ich bloss noch bei Risso eine Art ge- funden, welche passend mit der meinigen zusammengestellt werden kann, es ist die A. vio- lacea*); ihr Leib, auch violett gefärbt, wird aber von den weiss und braun geringelten Fühlern an Länge übertroffen, und ihre Zahl beträgt nur 32 (bei meiner Act. über 70); auch misst ihr Leib in der Länge nicht mehr als 1,6*^- CRIBRINA Ehr. Cr. bellis Ell. et Sol. Act. bellis Grav. — Act. pedunculata. Pennant. An sehr vielen Exemplaren konnte ich keine deutliche Streifung unterscheiden, son- dern sie sahen schmutzig fleischfarben aus, der äussere Scheibenrand braun mit bläulichen Warzen; bei vielen waren die Fühler graublau, mit brauner Basis und einem gelben Längs- streifen auf der dem Licht zugekehrten Seite. Alle hatten sich mit Steinchen umgeben, die an den Wärzchen hafteten. — Im Spiritus haben sich die meisten apfelartig zusammenge- zogen, ihre Wärzchen sind sehr deutlich geblieben. Am Anfang der Bucht von Mujo gegen Triest hin fing ich ihrer eine grosse Anzahl, obwohl nicht ohne Mühe, denn sie sassen auf einem ziemlich flachen Felsenboden in Spal- ten und Vertiefungen, und zogen sich bei der geringsten Berührung sogleich da hinein zu- rück, hafteten auch so fest an den Steinen, dass ich sie selten unbeschädigt abnehmen konnte. Cr. effoeta Baster, Rapp, Risso, Ehr. Act. Rondeletii delle Chiaie**); l'Actinie brune. Cuv. Delle Chiaie trennt Act. effoeta, die er für synonym mit Act. brune Cuv. erklärt, von seiner Act. Rondeletii wegen des Mangels der dtirchbohrten Warzen oberhalb des *) Risso. Hisloire naturelle des productions principales de l'Europe meridionale. Tome V. pag- 2S.5. *') 1. c. Vol. III. tab. XXXV. Fig. IS. pag. 72. 73. 13 Fussaumes bei ersterer; auch Risso erwähnt ihrer nicht. Sollte es hier 2 sehr ähnliche Ar- ten geben, von denen die eine eine Cribrina, die andere eine Entacmaea ist, oder sind jene Warzen zuweilen übersehen, was leicht begegnen kann? Man konnte diese Actinie im Spätherbst in grosser Menge auf dem Markt von Triest erhalten, auf Murex brandaris sitzend, ni«ht blos auf den verlassenen von Paguren bewohn- ten Gehäusen, sondern auch auf solchen, in denen die Schnecke noch lebte. — Exemplare, welche sich auf Austern angesiedelt hatten, bekam ich in Cette, auch Martens fand sie so bei Venedig. Die Farben verbleichen im Weingeist gänzlich, aber die durchbohrten Warzen über dem Fussrande, aus welchen die Eileiter herauszutreten pflegen, sind sehr deutlich zu erkennen. Act. carciniopados. Ollo, delle Chiaie. Medusa palliata Fabricius. ■ — Act. picta Risso. Während des Juli und August brachte mir diese seltsame Actinie '{»fters mein Mari- naro in Neapel; immer auf die von Otto beschriebene Art an der Mündung von Turritellcn, Turbonen, Xaticen und andern Schneckengehäusen befestigt, deren sich Einsiedlerkrebse be- mächtigt hatten. Leuckart und Bronn erhielten sie bei Cette. Die lebhafte Färbung vergeht sehr schnell nach dem Tode. — Die Abbildung von Otto ') ist ganz naturgetreu. *) Art. nat. curios. Vol. XI 14 II. Eeliiiiodermeii. Ordnung der Seesterne. Familie der Crinoideen. COMATULA Com. mediterranea Lam. Bereit. gelegen, ein eigenes Spiel anfingen. Sie schienen wie Knospen plötzlich aufzublühen, dehn- ten sich, verschiedene zu verschiedenen Zeiten, momentan aus, um eben so schnell wieder zusammenzuschrumpfen; ihre Farbe im ausgedehnten Zustande war prächtig goldbraun oder auch orangegelb, meist mit dunklerem Saum. Einige nahmen eine rundliche, andere eine stumpfdreieckige Gestalt an, sie waren kleiner auf der Flosse und den Saugnäpfen, grösser auf dem Körper, und das Mikroskop bewies, dass die Ausdehnung ihrer Fläche nicht etwa 51 mit einem Hervortreten aus der Ebene des Körpers verbunden war; wie es Anfangs den An- schein hatte. Allein dies herrliche Schauspiel währte nicht lange, es erfolgte der Tod und die Flecken kehrten zu ihrer früheren Unscheinbarkeit zurück. Von Eingeweiden schimmerte nichts durch die Körperhülle hindurch, doch unterschied ich einen, von vorn nach hinten laufenden, dunkleren Streif im Innern, und in der Rücken- flosse schräg nach hinten und unten hinabsteigende Linien, welche sich zu verästeln schie- nen. Saugnäpfe und Schwanzende wurden langsam bewegt. Diesen wunderbaren, nur ein- mal gefundenen, Schmarotzer entdeckte ich zwischen den Kiemenbogen des Sparus ery- thrinus, während meines Aufenthalts in Triest. Familie der Planarieen. Ehrenb. STYLOCHÜS Ehrenb St. folium mihi. — Fig. 12. — Jedenfalls eine Planaria im weitern Sinne, ein Plattwurm mit baumförmig verästel- tem Darmkanal, und nur einer Mündung, aber wahrscheinlich den Stylochus Ehrenbergs beizuzählen. Sie erreicht im Vergleich zu unsern Süsswasserspecies eine ansehnliche Grösse. Meine Exemplare hatten IjS"- Länge und 0,8^- Breite im ausgestreckten Zustande. Die Gestalt ist im allgemeinen länglich blattförmig, aber so veränderlich, dass zuweilen die Breite beträchtlicher als die Länge wird, und die ebengenannten Maasse sich umkehren. — Die Mundöffnung liegt wie gewöhnlich an der Unterfläche, doch ziemlich weit nach hinten, hinter ihr münden die Genitalien. Der schmale Stamm der verdauenden Höhle geht einfach durch die Mitte des Thieres, von hinten nach vorn, wo er zuletzt so dünn wie eine Linie wird, und sendet ungefähr 9 Aeste jederseits ab, deren mannigfache und zarte Ver- zweigungen wegen ihrer braunen Färbung sehr deutlich in der durchscheinenden gelblichen Körpermasse hervortreten. — Genauer betrachtet ist der ganze Körper fein weiss getüpfelt und schwarz gefleckt; die schwarzen Pünktchen stehen besonders auf den Enden der hier etwas angeschwollenen Darmreiserchen , die Bauchfläche ist weiss. Auf der Rückenfläche, nicht ganz vorn, sondern im Nacken, am Ende etwa des er- sten Viertheils der Leibeslänge, bemerkt man 2 Tentakeln von cylindrischer, oben abge- rundeter Form und etwa 0,2<'- Länge; um ihre Basis herum nach innen eine Menge schwar- zer Augenpunkte, von denen einzelne an den Tentakeln selbst ganz unten erscheinen. Ue- berraschend ist das plötzliche Verschwinden und Hervortreten dieser Tentakeln, wobei sie sich nicht einstülpen, sondern nur zurückziehen. 7* 52 Durch letztere Eigenthümlichkeit erinnert unsere Planarie am lebhaftesten an den Stylochus Suesensis Ehrenb,*), sie unterscheidet sich aber von ihm durch die Stellung der Augenpunkte, die Farbe und Art der Verästelung des verdauenden Kanals. Ebensowe- nig passen auf sie die Beschreibungen von Planaria Gigas und bituberculata Leu- ckarts vollkommen **). Beim Kriechen pflegt die Mittelfläche des Leibes gelioben zu werden, und die Bewe- »^ung wird dann bloss durch die Leibesränder ausgeführt. Die musculösen Längsfasern der Sohle erkennt man sehr deutlich. — Fast immer zerfetzten sich diese Thiere, indem der Rand einzureissen begann, und ich habe trotz aller Mühe kein Exemplar unversehrt aufbe- wahren können. — Ich erhielt sie in Palermo. Anmerkung. Eine ähnliche Planarie von noch grösseren Maassen, nämlich 5,3c- lang und 4,1c- breit, deren gefässartig verzweigter Darmkanal ebenfalls durchschimmert, dürfte vielleicht eine andere Art sein; allein es fehlte an Zeit zur Beobachtung, um dies zu entscheiden. Ich weiss nämlich nicht, ob die beiden Fühler, welche hier übrigens noch mehr nach hinten gerückt und fast in der Mitte stehen, sich zurückziehen können oder nicht. Jedenfalls war diese Planarie verhältnismässig breiter als die eben beschriebene, und derber, selbst das in "Weingeist aufbewahrte Exemplar ist fast ganz unversehrt; doch ist die Haut fast überall in einzelnen Blättern abgegangen und hat ihre hellere Farbe mit einer röthlich-braunen vertauscht, die schwarzen Pünktchen sind nicht verschwunden. PLANARLi Müller Plan, tremellaris Müll. Die Beschreibung der Müllerschen Planaria tremellaris***) passt sehr gut auf diese Art, die ich ziemlich häufig bei Palermo fand. Der Körper ist schmutzig weiss, et- was bräunlichgrau, zu beiden Seiten der Mittellinie auf der obern Fläche laufen ein paar dunklere, nicht scharf begrenzte, sondern sich verwischende Streifen, und etwas entfernt vom Vorderrande bemerkt man 2 halbmondförmig gekrümmte, mit der convexen Seite gegen einander gekehrte Linien von schwarzen Augenpünktchen. Die meisten Exemplare maassen Ijö"- Länge und 0,6"- Breite (in der Mitte), nach vorn und hinten verschmälert sich der Körper ein wenig. Die Ränder des sehr weichen und leicht sich zerstückelnden Körpers waren beständig gekräuselt und buchtig, auch bekam der Vorderrand häufig eine mittlere Einbiegung. Obwohl keine Verzweigungen des Darmkanals durchschiiHmerten, so habe ich doch nur eine ihm angehörige OefFnung bemerkt, und zwar etwas vor der Mitte der untern Fläche, und ich glaube, dass dieses Thier den echten Planarien beigezählt werden muss. *) Symbolae phj'sicae. Phj'tozoa tab. V. Fig. 5- ") Atlas zur Reise im nördl. Afrika. Heft 9. pag. 13. •**) Historia vennium II. p. 72. Fauna Danica. tab. XXXII. Fig. 1. 53 nur passt es wegen der Augenstellung unter keines der Ehrenberg'schen Genera. Diese Planarie sass an Körpern, die man aus dem Meer zog, besonders an den Korkstücken einer im Herbst aufgehobenen Tonnara, — der Netze, die während des Sommers zum Thunfisch- fang gedient hatten — hei Palermo. Familie der Leptoplaneen Ehrenb. LEPTOPLAJVA Ehrenberg Lept. pelliicida mihi- Obschon sich dieser Plattwurm unter keines der von Ehrenberg aufgestellten Gener;t genau unterordnen lässt, so scheint mii's doch angemessener, ihn vorläufig als eine Ueber- gangsstufe von den Leptoplanen zu den Planarien anzusehen, als ein neues Genus daraus zu bilden. — Der Körper ist weiss, flach, planarienartig, in der Mitte etwas dicker als am Rande, durchscheinend, das vordere Ende gewöhnlich etwas breiter, als das hintere, und zeitweise seitlich so abgeschnürt, dass die Form des Körpers Aehnlichkeit mit Thetis fimbria ge- winnt; — die Ränder meist gekräuselt. Der dunkle Darmkanal, der sich nicht durch die ganze Länge erstreckt, zeigt, wenn auch nicht eine ausgeführt baumartige Verästelung des Darmkanals, so doch viele seitliche, schwach gelappte hlinde Ausläufer an demselben, etwa wie manche Clepsinen. — Diese Anordnung widerspricht dem von Ehrenberg aufgestellten Charakter der Leptoplaneen „tubo cibario simplici," und verleiht eben unserer Art einige Gemeinschaft mit den Planarien. — Die Ausläufer des Darmkanals erreichen die Seiteo- ränder des Körpers nicht, sondern nehmen nur die Mitte ein, und erscheinen in einem länglich ovalen Felde, das heller ist als der rings herum laufende breite Saum des Körpers. Die Ursache seines dunkleren Aussehens liegt in gewissen Organen, welche Querreihen von aneinander gedrängten Körnchen bilden; strahlenartig laufen dieselben vom Mittelfelde gegen die Peripherie und spalten sich hier ein- oder mehrfach gabelig. — Solche Organe bildet auch Ehrenberg bei seiner L. hyalin a ab, (doch sind sie nur im vordem Theil so strahlig ausgeprägt), und er hält sie für Ovarien. Gerade auf den seitlichen Grenzen je- nes Mittelfeldes gegen den ebenbeschriebenen Saum, und wo die Strahlen anfangen, bemerkt man 2 Paar weisse geschlängelte Linien, von denen jedes hinten unter einem spitzen Win- kel zusammenstösst — vielleicht sind es die Ausführungsgänge der Genitalien. -~ Am Rande des Körpers sieht man deutliche raaschige feine Gefässgeflechte. — Mund und After befinden sich an der Bauchseite, beide von den Enden etwa um '/* abstehend; aus der MundöflFnung kann eine 1,1<'- lange Röhre herausgestreckt werden, ein Rüssel, wie er bei manchen Planarien und Clepsinen vorkommt. 54 Auf der Rückenseite des Vordertheils , da, wo unten der Mund liegt, fallen 2 Grup- pen zahlreicher Augenpunkte auf, welche wie die Schenkel eines H neben einander liegen, wenn das Thier sich vorwärts bewegt und ausstreckt; vorn stehen die Pünktchen dünner, hinten gedrängter. — Tentakeln sind nicht vorhanden. Ein Exemplar dieser bei Palermo gefangenen Leptoplana mass in der grossesten Ausdehnung 4,4*^- Länge bei 0,9'=- Breite; verkürzt 3,7'=- Länge und 1,3=- Breite am Vorderende. Bei der Vergleichung meiner Art mit andern kommt mir zunächst delle Chiaie's Pla- naria siphunculus in den Sinn*), die ebenfalls einen weit vorstreckbaren Rüssel besitzt, allein er erwähnt weder der Anwesenheit von Augenpunkten , noch einer ähnlichen Beschaf- fenheit dep andern Organe. THYSANOZOON nov. gen.") Eine Gattung, die Eurylepta am nächsten steht, aber nicht glatt, sondern auf dem Kücken mit Zotten bedeckt ist, und deren After auch vermuthlich anders, nämlich oben liegt. Thys. Diesingii mihi. — Fig. 9. — Der Körper flach, blattartig, wie bei einer Planaria, länger als breit, vorn und hin- ten ziemlich abgestutzt, sanft röthlich- oder chocoladebraun, und — was am meisten in die Augen fällt — auf der ganzen Rückenfläche zottig durch dichtstehende Papillen oder Stiel- chen von weicher Beschaff"enheit und beträchtlicher Höhe. Der ganze Rand ist weiss und fein violett gestrichelt, und bildet vorn ein paar Stirnfalten. Um sich ihre Form recht vorzustellen, denke man sich den Stirnrand aufwärts geklappt und dann die Mitte stark eingedrückt, nicht an einem Punkte, sondern in einer ganzen Linie; auf diese Weise wer- den 3 aufstehende oder überfallende Blätter gebildet, ein hinteres queres und zwei seitliche von ihm ausgehende. An der nach vorn sehenden (also eigentlich untern) Fläche des hin- teren, queren, (mittleren) Lappens sieht man neben einander zwei fast verschmelzende Grup- pen von schwarzen Augenpunkten; — bei einem Exemplar zähle ich links 31, rechts nur 28. Doch ich kehre zu jenen Rückenzotten zurück: sie sind aufstehend, cylindrisch, oben abgerundet, an der Basis weislich, an der Spitze graulich, mit 3 bis 5 oder mehr Tüpfel- chen gefleckt, öfter mit einem dunkeln Längsstrich versehen. Mitten über den Rücken läuft v.in vorn nach hinten eine helle Linie, deren Zotten ebenfalls heller und gelblich aussehen. ") Memorie. Vol. III. tab. XXXV. Fig. 2ü. -27. pag. lls *•) »on 9vonvos (Zoltt) gebildet. 55 Die Lnnge der Zotten beträgt 2'=- und darüber, und man vergleicht ihre Form am besten den dicken Kiemenfäden der Eolidien. — Auf der weissen Bauchseite, etwas vor der Mitte, ge- wahrt man eine etwas hervorstehende Mundöffnung, aus welcher ein kurzer, aber sehr wei- ter Rüssel mit wulstigen, bogig gefalteten Rändern hervorgestreckt werden kann. Ob das dunkle Gefäsnetz, welches man auf der Rückenseite durchschimmern sieht, mit dem Darra- kanal in Verbindung steht, darüber bin ich eben so wenig gewiss als über die Anwesenheit eines Afters. Einmal nämlich bemerkte ich zu meiner Verwunderung, dass sich auf dem Rücken ziemlich weit hinterwärts eine Stelle öffnete, und aus ihr eine schmutzige Masse — Unrath — entleert wurde, als ich mich aber an andern Individuen davon überzeugen wollte, suchte ich vergeblich darnach; soviel ist gewiss, dass sich die verdauende Höhle, als ein Rohr, bis nach hinten erstreckt. An einem Spiritusexemplar bemerkte ich hier zwar auf der Bauchfläche eine Oeffnung, doch kann sie zufällig sein. Die Gefässe hatten durchaus nicht die Structur von den Darmverzweigimgen der Planarien, denn sie vereinten sich zu wahren Maschen, in deren Mittelpunkt häufig ein heller Punkt erschien. Sollten vielleicht jene zot- fenartigen Hautverlängerungen, die zunächst über dem Gefäsnetz sich erheben, zu einem be- sondern Zweck dienen, und Secretions- oder gar Athmungsorgane sein? Hinter dem Mund, ebenfalls unten, befindet sich eine Oeffnung, die wahrscheinlich zu den Genitalien führt. Diese schön gezeichneten und seltsamen Plattwürmer, deren Länge höchstens 4,2"- und de- ren Breite 2,1<=- betrug, und von denen man mir in Palermo eine ziemliche Anzahl brachte, bewegten sich langsam, durch Kriechen und Schwimmen, indem sie die Fühlerblätter des Stirnrandes bald aufrichteten, bald sinken Hessen; oftmals sah man jenes dieser Thier- reihe so eigenthümliche Schwingen der Leibesränder in wellenförmig fortlaufenden Bogen, wobei der Mittelkörper die feste Axe bildet. Sie länger als einen Tag aufzubewahren, ge- lang mir fast nie, denn nur zu bald löste sich die Oberhaut in Flocken ab, und es begann ein theilweises Zerreissen des Körpers, ohne dass bald der Tod erfolgte. Auch die meisten Spiritusexemplare sehen verstümmelt aus, doch haben sich die Rückenzotten gut erhalten. Es werden zwei Thiere aus dem Mittelmeer angeführt, welche mit meiner Art vieles gemein haben, wenn sie nicht anders gar mit ihr identisch sind: Planaria Brocchi Risso*) und PI. tuberculata delle Chiaie"*). Erstere muss der meinigen in Farbe und Gestalt durchaus gleichen, doch schweigt Risso ganz über die Anwesenheit von Tentakeln und setzt hinzu, die Rückenzotten seien mit einer kleinen Oeffnung versehen, — die ich nicht wahr- genommen habe: delle Chiaie hingegen erwähnt zwar der Stirnblätter, aber nicht der Au- genpunkte, und beschreibt die Rückenzotten als in einen weissen feinen Faden endigend. *) Histoire naturelle Tome V. pag. 264. ") Memorie Vol. III. pag. 119. «ab. XXXV. Fig. 29. 56 Endlich spricht Herr Dr. Diesingin einer Note zu seiner Beschreibung des Trist omum papillosuni von einer neuerlich im Adriatischen Meer entdeckten Planarie, deren zottige Riickenfläche und braune Färbung, wie auch Stiinfalten mit dem hier abgebildeten Thier durchaus übereinstimmen; doch soll mitten über den Rücken ein Kiel laufen, also eine Er- habenheit, die ich an meiner Species vermisse. Dennoch ist es möglich, dass beide Arten zusammenfallen, Familie der Gyratricinen Ehrenb. ORTHOSTOMUM Ehrenberg Orth. riibrocinctiim mihi. Ein sehr niedlich gezeichnetes Thierchen, ausgestreckt, 1,4<=- lang und (),5<^- breit. Der Körper ist ziemlich flach und bandartig, das Vorderende erscheint geAvöhnlich stumpf, fast abgestutzt, durch einen mittleren schwachen Einschnitt zweilappig, breiter als das ab- gerundete Hinterende; längs dem ganzen, während des Lebens meist bogigen, Rand läuft ein schmaler hochrother Saum, und eine ähnliche Linie erstreckt sich mitten über den Rücken von vorn nach hinten, ohne in den Saum überzugehen. Da ich keine Augenpunkte wahrnehmen konnte, durfte ich diese, ebenfalls bei Pa- lermo gefundene Art, nicht neben die Ommatoplea taeniata Ehr. stellen*), mit der sie manches gemein zu haben scheint. An den Rändern des Körpers erkannte ich bei massiger Vergrösserung ein Gefäsnetz, und längs dem Seitensaum einen hellen Längsstreifen. Der Körper verändert seine Form vielfach, wie es auch Ehrenberg an seinem Orthostomum pellucidum durch Abbildungen erläutert hat, verrieth aber keine Anlage zum Selbstzerreissen und Zerstückeln. AMPHIPORUS Ehrenberg Zu diesem Genus gehört offenbar ein Wurm, den ich wie den vorigen in Palermo erhalten, aber nicht lebend beobachtet habe. Die Augen stehen in 4 vorn convergirenden Längsreihen, van denen die beiden äussern sich etwas weiter nach vorn erstrecken, und ungefähr 13 Augenpunkte enthalten, die innern 6. — Hinter ihnen bemerkt man 4 dunkle runde Flecken, (durchschimmernde Organe), wie Ehrenberg an A. albicans 2 darstellt. Nimmt man noch hinzu, dass an unserer Species keine deutliche Ringel wahrzunehmen sind, so lässt sich vermuthen, dass beide von einander verschieden sind; da ich indess nur *) Symbolae physicae. Phytozoa «ab. IV. Fig. 111. 57 ein Weingeistexernplar vor mir habe, wage ich nicht darnach eine neue Art aufzustellen. — Neben dem Speisekanal sieht man übrigens hinten beiderseits eine Reihe rundlichviereckiger Körper durchschimmern. — Lange 2,3"-, Breite 0,1'^ AKROSTOIMÜM nov. gen. Mund und Afler an den Enden des Kiirpers, einander gerade entgegengesetzt. Kör- per niclit wurmartig, gleich den Nemertes, sondern kürzer, breit, niedergedrückt. Kopf durch eine deutliche Furche ringsum abgesetzt, ohne Augen. Akr. Stannii mihi. 3,7"=- lang und 0,1'^- breit (in der Mitte), Körper gleichartig, nicht gegliedert, Vorder- und Hinterende schnell zugespitzt. Das Kopfende an seiner Basis schmaler als der Vorder- theil des Körpers. — Bei dem Aufschneiden desselben bemerkte ich über dem verdauenden Ka- nal ein rüsselartiges, eingezogenes Organ, welches ebenfalls durch die vordere Oeffnung an der Spitze des dreieckigen Kopfes hervorzutreten und in den Kanal zu münden scheint; es war ungefähr 4mal so kurz als der Körper selbst. — Offenbar bildet dieses Thier den Ue- bcrgang von den Gyratricinen zu den Nemertinen. Seine Farbe war blass fleischroth, die Haut ganz glatt (Beschreibung nach einem Weingeistexemplar). Das Thier hatte sich zerstückelt. Familie der Nemertinen Ehrenb. POLIA «lelle Chiaie Polia delineata deiie Chiaie. — Fig. 8. a. b. Der Körper ist stielrund, und man bemerkt vorn eine fast ringartige, sehr seichte und unansehnliche Furche, durch welche ein Kopflappen niarkirt wird. Die Dicke nimmt nach vorn zu, und ist am beträcbtlichsten hinter jener Furche, denn der Kopflappen ver- schmälert sich wieder etwas nach der Spitze. hin, das Hinterende ist abgestutzt. Die Länge beträgt an einem Exemplar 15'=-, die Breite an der dicksten Stelle 0,2<=-; doch besitze ich Bruchstücke von noch einmal so dicken Exemplaren. — An der Spitze des Kopflappens existirt die Mündung des rüsselartigen Organs, schwierig nachzuweisen an Thieren, die lange in Weingeist gelegen haben, hinter dem Kopflappen, an der Bauchseite, die rundliche zuweilen mit einem deutlichen Wulst umgebene Mundöffnung, ganz hinten in der Längsaxe des Körpers der After. Vermutblich dient die Mundöffnung auch zum Ansaugen, und delle Chiaie behauptet ein gleiches vom After. — Die Zeichnung dieses Wurms ist sehr charac- teristisch: auf einem weissen oder gelblichen Grunde verlaufen der ganzen Länge nach eine 8 58 Menge zimmetbrauner oder röthlicher Linien, stellweise einander parallel, dann wieder man- nigfach anastomosirend und zusamnienfliessend, so dass man sich richtiger ausdrücken würde, das Braune sei die Grundfarbe, und einzelne weisse Linien seien hineingezeichnet. — Im Vergleich zu den hier beschriebenen Nemertesarten erscheint die Oberfläche dieses Thieres sehr glatt und gleichmässig gerundet, während sie bei jenen auf der gewölbten Rückenfläche öfter runzelig und buchtig aussah. — Ich zweifle nicht an der Identität dieser Species mit der Polia delineata delle Chiaie's*); möglich, dass die von der Astrolabe mitgebrachte, in der Isis 1836 genannte Borlasia striata ebenfalls einerlei mir ihr ist. Die in Weingeist aufbewahrten Exemplare haben sich äusserst wenig verändert, in der Regel trennten sie sich schon während des Lebens durch heftige Einschnürungen in mehrere Stücke. Die Schleimabsonderung war sehr bedeutend. Gefunden bei Neapel und Palermo. Anmerkung. Das lange rüsselartige Organ, welches durch die obere OetTnung hervortritt, und so weit hervorgestreckt werden kann, und das Herr Professor Ehrenberg bei seinen Nemertes für den Speisekanal hält, hat, soviel ich an Weingeistexemplaren sehen konnte, an unserm Thier diese Bedeutung nicht, es liegt in einer eigenen Scheide über dem Darm, der Darm aber ist derjenige Kanal, welcher durch die untere grosse Säugöffnung mündet, von Ehrenberg fistula ampla ge- nannt wird, und neben dem ich zu beiden Seiten Klumpen von Eiern fand. Bei Nemertes scheint eich die Sache nicht anders zu verhalten. Vorläufig habe ich hier die Gattung Polia absichtlich von Borlasia getrennt, weil nach delle Chiaie die Ovarien bei Polia unten an der Bauchfläche münden sollen, während dies bei Borlasia, Ehrenberg zufolge, nicht der Fall ist. MECKELIA Leuckart Meckelia annulata mihi. — Fig. 7. a. b. Der Korper ist mehr plattgedrückt als rundlich, ungefähr 12"- lang, 0,3"- breit an der breitesten Stelle d. h. ohnfern dem Vorderende. Durch eine, wenn auch nicht tiefe, so doch bei genauerer Betrachtung erkennbare Furche wird ein Kopflappen gebildet, von lang dreieckiger Gestalt, mit abgestumpfter, fast abgestutzter Spitze. Unmittelbar hin- ter jener Furche befindet sich auf der Bauchseite die in die Länge gezogene ansehnliche Mundöff"nung. — Schon durch die grössere Länge des Kopflappens würde sich dieses Thier von dem ebenbeschriehenen merklich unterscheiden, er hat aber noch ein paar andere, leich- ter auff"allende Merkmale: seine stumpfe Spitze i.ämlich ist in der Mitte ein wenig einge- kerbt, in dieser Vertiefung liegt die Oeffnung, durch welche das rüsselartige Organ hervor- *) Memorie Vol. II. tab. XXVIII. b. Fig. pag. 4u6. 59 tritt, und an jeder Seite des Kopflappens bemerkt man eine tiefe Furche fast der ganzen Länge nach, doch stossen die Furchen vorn nicht zusammen. Jones Organ, welches ich ein paarmal hervorschnellen sah, erscheint wie ein dicker weisser zuweilen gewundener Fa- den, und bricht beim Einsetzen des Wurms in Spiritus leicht ab. — Die Färbung ist ganz dunkelgrün, absatzweise mit nicht ganz geschlossenen weissen Ringlinien geringelt: an dem einen Exemplar zählte ich 31 solcher, in zicmlicli gleichen Abständen liegender Ringlinien. Mir kam diese Nemertine nur zweimal zu Gesicht, einmal in Neapel, bloss als Bruch- stück, später auch in Palermo, zwar vollständig, doch zerstückelte sie sich sehr bald, ob- schon ich sie äusserst behutsam in ein Gefäss mit frischem MeerwaSser gesetzt. Es kann sein, dass delle Chiaie's Polia articulata*) von dieser Art sich nicht un- terscheidet, nur erwähnt der Bcschreiber durchaus nicht die seitlichen Kopffurchen. — Husch- ke's Notospermus Drepanensis, gleichfalls nahe verwandt, besitzt Augen und einen ro- then Nackenfleck; beides konnte ich an meinem Wurm nicht wahrnehmen. BORLASIA oken (NEMERTES Cuv) Ich nehme hier dies Genus, wie es Ehrenberg feststellt, ohne seitliche Kopffurchen; doch die im Dict. des sciences natur. gegebene Abbildung der Borlasia Angliae zeigt ge- rade solche Kopffurchen, und wird daher nicht mit diesen Arten zusammen bleiben können. Borl. annulata Ehr. Diese bei Palermo gefundene Art stimmt durchaus mit der von Ehrenberg aus dem rothen Meer beschriebenen überein, ausser dass mein Exemplar nur 14,2''- in der Länge mass. Der Körper ist dunkelbraun, ein schmaler weisser Ring bezeichnet die Grenze des Vorderendes. Den keulenförmigen Rüssel von weisser Farbe sah ich wiederholt hervor- schnellen aus der Spitze des Vorderendes. Borl. viridis mihi. Der Körper ist weich, ohne Spur von Gliederung, ohne Andeutung eines Kopfes oder Kopflappens, nicht sowohl stielrund, als abgeplattet an der Unterfläche, und oben ungleich, stellweise fast wulstig und dann wieder bandartig; weit über 1 Fuss lang bei einer Breite von 0,1 — 0,15'^; die grossesten Exemplare waren noch etwas breiter, alle aber nehmen nach hinten an Dicke und Breite ab. Vom an der Spitze eine feine Oeffnung, durch welche wohl das vielbesprochene rüsselartige Organ hervortritt, unterhalb der nicht sehr deutliche Mund, hinten, wie gewöhnlich gelegen, der After. — Man fischte diesen Wurm im soge- nannten Hafen des Ulysses bei Catanea mit Meerpflanzen heraus, auch erhielt ich ihn bei *) Memorie. Vol. III. lab. XLIII. Fig. 10. pag. 173. 60 Neapel. Bemerkenswerth ist, dass diese Ai"t sich nicht, wie ihre bisher genannten Verwand- ten zerstückelte, selbst nicht im Spiritus. Das Thier bewegte sich wenig, lag vielmehr meist ziisammengeknäult, ganz in Schleim gehüllt. Unter den von delle Chiaie *) erwähn- ten Arten scheint die Polia cilestra dieser Art am ähnlichsten. Familie der Hirudineen savigny. PONTOBDELLA Leach. (ALBIONE Sav.) Pont, rauricata Linn. Das von Leach, Savigny und späteren Beschreibern angegebene Merkmal, dass je 3 grössere Segmente mit einem schmälern abwechseln sollen, passt auf die von mir gefunde- nen Exemplare nicht genau, indem namentlich am Vordertheil viel mehr schmale eingeschoben sind; z.B. zwischen dem 13ten und 20ten, welche breit sind, erscheinen 6 schmale. — Da- gegen sprechen zwei andere Charactere für die Identität meiner Pontobdella mit P. muricata, die Beschaffenheit der Warzen auf den Körperringen, welche Avieder mit kleinen Wärzchen gleichsam wie mit Stacheln besetzt sind, und die Anwesenheit der 6 unbewaffneten niedri- gen Papillen am Aussenrande des Mundnapfes. Augen kann ich an meinen Spiritusexem- plaren nicht erkennen; delle Chiaie **) und Blain%'ille läugnen ihre Existenz geradezu: Sa- vigny und Moquin Tandon ziehen sie wenigstens in Zweifel. — Die Farbe des Thieres ist lehmgelb. Länge ^,1" , Breite an der breitesten Stelle 0,8''-; ein zweites Exemplar war etwas kürzer. Abbildungen von dieser und der folgenden Art giebt Moquin -Tandon. Pont, verrucata Leach. Auch zur Erkennung dieser Art leiteten mich weniger die Anordnung der Ringel, welche umgekehrt wie hei der vorigen sein soll, jedoch nur an dem mittleren The.il des Körpers mir deutlicher erschien, als. die Einfachheit der mitunter recht niedrigen Warzen und die Abwesenheit der Wärzchen am Rande des Mundnapfes. — Die Farbe war dunkler als hei P. muricata, mehr graubraun als gelblich, die Länge meines Exemplars 8,2'^-, bei einer Breite von 0,8"- Augen habe ich nicht wahrgenommen. Pont. Iiibrica mihi. Man würde wohl thun, aus der Characteristik des Genus Albione dasjenige fortzu- lassen, was man darin über die warzige Beschaff'enheit der Segmente gesagt hat, da uns bereits mehrere glatte Arten bekannt sind. Diese Species vermehrt die Zahl derselben, *) Memorie Vol. III. (ab. XLVI. Fig. 9. pag. 17.3. **) Memorie Vol. I. pag. 45. 61 denn ich kann sie weder für einerlei mit der A. laevis Blainv. ') noch mit einer andern Art hallen. Das 3,5«- lange und 0,2" — 0,4«^- breite Thierrhen ist nümlieh deutlich geringelt, aber nicht getäfelt, dunkelgrün, hin und wieder fein weiss gefleckt; der hintere Saugnapf grösser als der vordere, beide an ihrer Basis nicht sehr scharf abgesetzt, sondern ziemlich gleichmässig in den Körper übergehend, auch nicht stark gewölbt. — Augen kann ich nicht nachweisen. — Im Weingeist hat das Thier Längs- und Querrunzcln bekommen. Ich er- hielt nur ein Exemplar, und zwar in Palermo. Familie der Sei'puleen gi. S ABELLA Cuv. ( AMPHITRITE Lamarck) An den beiden ersten Sabellen kann ich keine Fühler am Munde entdecken, bestä- tifft sich dies Fehlen derselben, so würde man sie als eine besondere Gruppe von den übri- gen trennen müssen. Sab. gracilis mihi. Zu der Abtheilung der Sabellae simplices Sav. gehörig; ein kleiner nur 3,1<= lan- ger Wurm. Ich zähle etwa 57 Segmente, der Wechsel der Borstenbündel tritt mit dem 9ten Ringe ein. Bis zum 9ten sieht man eine Furche mitten auf dem Rücken, von da an ver- schwindet dieselbe, und es erscheint eine mittlere Bauchfurche. Man bemerkt an den Bor- stenbündeln keine vortretende Wülste; alle Segmente bestehen aus zwei Ringen, in der Grenzfurche beider sitzt das Borstenbündel. Die Haarborsten haben ein einfaches Ruder und sind leicht geschweift. Die Haken- borsten sind an der Spitze scharf umgebogen, wie eine Hacke, ihr Stiel lang. Der Halskragen ist aufstehend, nur unten eingeschnitten. Der Kranz der Kiemen- fäden besteht aus zwei gleichen Hälften, deren jede 9 Fäden enthält. Sie sind einfach ge- fiedert, ungefähr so lang als der 5te Theil des übrigen Körpers, also viel länger als bei der folgenden Species. Sab. latisetosa mihi. — Fig. 11. Eine noch dünnere und kleinere Art, (denn mein Exemplar misst nur 2,6<=- Länge), die al)er der vorigen nahe steht. Anzahl der Segmente etwa 140, die hinteren sind auf dem Rücken wulstig erhaben, was man von den ersten 30 — 40 durchaus nicht sagen kann; alle sind einfach, und haben (ausgenommen die 10 ersten) abgesetzte Bauchplatten; die Borsten- biindel ebenso wie die Rücken- und Bauchfurche wechseln mit dem Uten Ringe. *) iBssai d'une Monographie de la famille des Hirudin^s pag. 41. 62 Haarborsten jederseits mit einer sehr breiten Ruderplatte an der Spitze versehen; ei- nes der vordem Bündel dieser Art enthielt auch schmalgesäumte Haarborsten. — Alle diese Bündel sind eben so wenig stark als in der eben genannten Art. Die Hakenborsten wie gewöhnlich S förmig, mit langem Stiel. 14 Kiemenfäden, in je- der Hälfte des Kranzes 7, sehr kurz (etwa 0,2''- lang) nicht gefiedert, sondern bloss am Rande gekerbt. Sab. unispira Cuv. Ausgezeichnet durch die auffallend starke Entwicklung des einen Kiemenbüsehels, und die orangegelb und violett bandirten Kiemen: die Bündel der Haarborsten sind ungleich dicker der Körper ungleich grösser als in den beiden angeführten Arten. — Eine genauere Beschreibung und Ausmessung verschiedener Exemplare habe ich bereits an einem andern Orte gegeben *). — Diese Art ist sowohl im Adriatischen als im Mittel -Meer nicht eben selten. SERPÜLA Lamarck (CLYMENE Oken) Von mehreren Serpulen besitze ich nur die Röhren, deren Kenntniss allein wohl nicht immer zur richtigen Bestimmung der Species ausreichen dürfte. Serp. intricata Linn. Röhren von auffallender Dünnheit, wie starke Zwirnfäden, deren geschlängelte Win- dungen mehr in die Länge gestreckt sind, als in sich zurückkehrend, schlingenartig, viele neben und durcheinander. Ihre Wandung ist zart und durchscheinend, die Farbe weiss, die Form cylindrisch, die Oberfläche erscheint mit einer Loupe betrachtet, uneben durch sehr dicht stehende, zuweilen höckrige Ringe und matt, weshalb ich diese Art nicht für S. ci- nerea L. halten kann. Mehrere sind weit über l"- lang. — Die vor mir liegenden Exem- plare kriechen auf einer Millepora coriacea L., an einigen Stellen so dicht und durch- einander gewunden, wie Kranzgeflechte. Serp. glomerata Linn. Nur ein kleines Bruchstück; man sieht auf einer weissen cylindrischen , etwa 0,1' dicken massig dünnwandigen Röhre etwa 6 erhabene Längsstreifen, welche durch dichter stehende Querstreifen verbunden sind. Serp, plicaria Lam. Der Zusatz von Gravenhorst «rugis transversalibus subundulatis," welcher diese Species am leichtesten von der S. annulata Blainv. trennen \vürde, passt auf meine *) Grube, zur Anatomie und Phjsiologie der Kiemen würmer pag. 24. 63 Exemplare, welche sich auf einem Murex deciissatus angesetzt haben, besonders gut. — An 2"^ lang; mitunter bemerkt man eine schwache Andeutung eines Längskieles, Serp. infundibulum Gmel. Aehnt etwas der vorigen Art, zeigt aber eine erhabene, meist etwas wellige Rücken- linie, dichte Ringstreifen und einen erweiterten, aus drei in einander steckenden Trichtern gebildeten Eingang. Die Röhren haben sich fest aneinander geschmiegt, und ihre vordere Hälfte erhebt sich frei über die Fläche, an welcher die hintere angewachsen ist. Spuren von 2 seitlichen Linien bemerke ich an einigen. Die Windungen sind geschlängelt gestreckt die Farbe weiss oder gelblich; Länge 3 — 4«-, Breite am Eingang 0,4''-, nahe dem Ende (wel- ches abgebrochen ist) 0,1'=- Serp. vermicularis Linn. Diesen Namen eignen sich zwei Beobachter für zwei verschiedene Thiere an, deren Röhren aber sehr übereinstimmen müssen; denn Müller*) bildet den Bewohner seiner S. vermicularis mit einem keulenförmigen zweispitzigen Deckel und 9 Kiemenfäden (in je- der Hälfte) ab, Gravenhorsl aber**) beschreibt an dem seinigen den Wurm mit einem trich- terförmigen Deckel, und ungefähr 30 Kiemenfäden. Bloss im Besitz von 2 Röhren kann ich nur dies bemerken, dass auf beide die Lamarcksche Beschränkung „testa curvata, non spirali" nicht passt, weil sie an dem hintern aufliegenden Theil sich fast in Spiralwindun- gen krümmen, übrigens sind sie fein und grob quergerunzelt, cylindrisch, gegen das Ende stark verjüngt, die Wandung dünn und durchscheinend, ohne Glanz und weiss. Serp. proboscidea Gmel. Ein Bruchstück einer fast glatten, bei der Vergrösserung ganz fein quergereiften weis- sen Röhre, von mattem Ansehen und auffallender Dicke; ein Character, dessen die Beschrei- ber nicht besonders Erwähnung thun. Sie ahnt ganz dem Bohr einer Thonpfeife, nur dass sie sanft gekiKimmt ist, an dem obern Theile zeigen sich ein paar stärkere Querringe. — Breite der Oeffnung 0,2"- am weiteren Ende. Serp. protensa Gmel, Am nächsten verwandt scheint S. porrecta Gm,, beide sind weiss, etwas glänzend und cylindrisch, und steigen aus Spiralen Endwindungen frei empor, aber S. protensa be- sitzt Querrunzeln, und der S. porrecta fehlen sie gänzlich. Die Wandung ist bei meinen *) zoologia Daoica tab. LXXXVI. Fig. 7 — 9. **) Terges(ina pag. 82. 64 Exemplaren (durchscheinend; es haben sich drei, an einander geklebt, auf einem Pecten an- gesiedelt. — Länge wohl über 8<^ , obere Oeffnung 0,4<=-, das Unterende lauft spitz zu. — Dieselbe Art kommt in Sicilien fossil vor. Von den beiden folgenden Arten habe ich auch die IJewohner erhalten: Serp. echinala Gmei. Die schönsten Exemplare hatten sich in einem Schwamm eingenistet; sie sind etwas durchscheinend, rosenroth, wie die von Gualteri beschriebenen, mit 5 — 6 gezähnelten Langs- rippen, von denen die mittelste meist die ansehnlichste; sehr deutlich treten an manchen Stellen auch Querrunzeln hervor, und zwar rasch auf einander folgend. Die Unterseite ist nie frei, sondern angewachsen, die Windungen bilden langgezogene Schlingen. — AVeite der obern Oeffnung 0,3<^- Das schon von Gravenhorst *) beschriebene Thier trägt einen trichterförmigen, am Rande zahnavtig eingeschnittenen Deckel, und ist, da ich es erst unter den A\ eingeistexem- plaren der folgenden Art entdeckt, in diesem Zustande nicht von ihr zu unterscheiden; doch kommt mir das Schwanzende plattgedrückter vor. In den Kiemenbüscheln zähle ich 34 und 30 Fäden. Serp. contortuplicata Linn. Was ich oben bei S. vermieularis bemerkte, gilt auch von dieser Art: es sind in ihr 2 Species enthalten, deren Röhren leicht zu verwechseln sein müssen. Gravenhorst be- schreibt*';, obwohl fraglich, eine Serpula als S. contortuplicata, deren Deckel ein ei- chelförmiger, weisser, mit 4 schwarzen schmalen Ringen gezierter Knopf war, während Sa- vigny "**) seiner Serpula dieses Namens einen trichterförmigen, am Rand gezähnelten Deckel giebt. — Alle von mir gesammelten Exemplare stimmen ganz mit der Savignyschen sehr genauen Beschreibung überein, auf welche ich deshalb verweise. — Nur eines muss ich nocli in IJeziehung auf die Borsten hinzusetzen: wahre Haarborsten, d. h. solche, deren im Fleisch steckender Theil eben so haarförmig ist, als der hervorragende, finde ich nur an dem Brnstschild, welches sich bekanntlich seitlich und hinterwärts in freie Lappen ausbrei- tet , die sogenannten Haarborsten des übrigen Körpers sind an der Basis verbreitert und ra- gen nicht tief in das Innere hinein, auch ist der freie Theil derselben (gegen die vorder- sten) nur sehr kurz. An der Schwanzspitze nehmen sie auffallend an Länge zu, so dass diese der Breite des Körpers gleichkommt, und ahnen wieder den vordersten. — Endlich *) Tergestina pag. 86- **) Tergestina pag. 90. *'*) Systeme des Annelides, pag. ";{. 65 die Haarborsten des Iteti Büschels sind zweierlei Art, ganz glatte, mit äusserst schmalen Flossen versehene, und solche, welche, ohne jedoch zusammengesetzt zu sein, in eine knie- fi)rmig abstehende längere und ZAvei kurze Spitzen auslaufen; die lange scheint noch sehr zart gezähnelt. — Diese Art besitzt grünes Blut. — An der Rohre sehe ich einen Rücken- kiel und feine Querrunzeln. (Serp. decussata Gmel.) Ich führte sie nur zweifelhaft in der Reihe der Serpulen auf, da Blainville glaubt, dass sie wohl ein Vermetus sein werde. Sie ist braun, durchscheinend, gitterartig gestreift, dünn und läuft meist in einer gleichmässigen Spirallinie aufwärts, ist aber nicht frei. Gra- venhorst zieht auch die S. glomerata Linn. hieher, obschon diese ausdrücklich weiss oder grau angegeben wird. SPIRORBIS Lamarck Spir. nautiloides Lam. Genau wie Müller's Abbildung"), aber einige etwas grösser; die Querrunzeln sind sehr deutlich. Auf Millepora coriacea. Familie der Amphitriteen Gr. TEREBELLA Cuv. Ter. multisetosa mihi. Die genauere Beschreibung dieser Art, welche am nächsten an T. Medusa Sav. grenzt, ist in meinen Beiträgen zur Anatomie der Kiemenwürmer enthalten. Ter. cirrata Sav. Ganz übereinstimmend mit Savigny's Characteristik. — Bei Catania erhalten. ARENICOLA Lamarck Man liest zwat in allen Beschreibungen, dass die Arenicolen keine Fühler besitzen, indessen scheint doch die kurze, über dem Mund befindliche und nach innen umstülpbare Spitze, (welche ich in meiner frühern Beschreibung eben nur eingestülpt gesehen, und als eine Tasche beschrieben) die Stelle eines Fühlers zu vertreten. Herr H. Hagen, der diese Thiere in Norwegen länger beobachtet hat, sagte mir, dass sie damit wirklich tasten. *) zoologia Danica tab. LXXXVI. Fig. 1—6. 66 Ar. priscatOTum Lam. Diese Art hahe ich airt Mittelmeer lange nicht so häufig als am Ocean in Frankreich erhalten; sie ist gewiss eine der am weitesten rerhreiteten Anneliden. Ueber sie wie über eine andere Species, welche der Ar. branchialis Aud. iind Edw. näher steht, aber eine noch bedeutendere Anzahl Borstenbüschel und Kiemen besitzt, (von jenen 38, von diesen 27 — übrigens war das Exemplar nicht vollständig), habe ich ebenfalls in der angeführten Schrift gehandelt. Abbildungen findet man bei Pallas*), Oken (in der Isis 1837), im Diction- naire des Sciences naturelles und bei Audouin und Edwards **). Familie der Maldanieu Savigny. CLYMENE Savigny Clj^m. Palermitana mihi. Wegen der Ungleichartigkeit der Segmente ist hier eine besonders genaue Beschrei- bung nöthig. Der Körper besteht aus 24 Segmenten, den Kopftheil nicht mitgerechnet. Das Ite Segment ist kürzer als das 2te, vom 2ten bis zum 5ten nimmt die Länge wieder ab, das 6te wird ansehnlicher, und nun bleibt dieselbe Länge bis zum löten, (bloss das 8te er- .scheint auffallend kurz): mit dem ISten wächst die Grösse abermals, erreicht ihr Maxinnini im 17ten und sinkt dann bis zum letzten, welches aus zwei Abschnitten verschmolzen scheint. Die vordersten 5 Segmente mit Ausnahme des Iten sind vorn dicker als hinten, die andern cylindrisch. Jederseits giebt es zwei Reihen von Borsten, eine obere, welche in flachge- drückten Büscheln steht, Haarborsten, und eine untere, den Hakenborsten der Terebellen ähnliche. Jene stecken in niedrigen Fleischkegelchen, diese sind von dicken queren Wül- sten umgeben, und bilden quere doppelte Kämme in der Mittellinie derselben. Indessen werden die Wülste erst recht auffallend mit dem Sten Segment, ja an den ersten 3 Segmen- ten fehlen sie ganz, und die untern Borsten setzen hier nur winzige Bündelchen zusammen, obschon Savigny angiebt, dass sie fehlten. Wo diese Bauchwülste am meisten ausgebildet sind, berühren sie einander fast in der Mittellinie der Unterfläche, und steigen weit an den Seiten herauf, unmittelbar an ihrem obern Ende sitzen die Haarborsten. — Auch die Lage der Borstenbündel variirt: bis zum 8tcn Segment nehmen sie den vordem Theil des Glie- des, von da an den hintern ein. — Was endlich die Form der Borsten anlangt, so sind die obern haarförmig, gegen die Spitze mit einer sclimalcn Flosse versehen, die untern ebenfalls haarförmig, aber kürzer, und sehr wenig hervorragend, säbelartig gekrümmt, *) Nov. Acta Petrop. 2. üb. 1. Fig. 19 (Citat von Bosc). **) Aiuiales des scienc. nat. tom. 30. (ab. 22. 67^_ bedeutend verdickt gegen die Wurzel hin, und am Unterende selbst gekerbt, und in ein paar Fasern auslaufend. Den beiden letzten Segmenten fehlen durchaus alle Borsten, sie besitzen nur seit- liche Anschwellungen, welche die Borsten wiilste repräscnliren. Der Kopftheil enthält den Mund, eine terminale, mit zarten Längsfalten gefurchte Oeffnung, welche jedoch oben überragt wird. Der vordere Theil nämlich der oberen Fläche bildet ein Blatt von pergamentartiger Consistenz, seine Form ist die eines mittleren schma- len Balkens, an welchem jederseits eine Platte von länglich ovaler Gestalt angefügt ist, der hintere Rand von jeder zeigt 3 — 4 sehr undeutliche Einkerbungen; der vordere des ganzen Blattes 2 tiefe Einschnitte. Das letzte Segment endet in einen am Rande gezäh- nelten Trichter, dessen Oeffnung jedoch sich nur unmerklich erweitert; ich zählte 35 Zähn- chen, von denen das unterste (mittlere) die übrigen an Länge und Breite übertrifft; einige Zähne sind tiefer eingeschnitten, andere weniger tief, ohne dass man einen regelmässigen Wechsel von beiden bemerkte, wie Savigqy von C. Uranthus angiebt. — Warzen um den After herum habe ich nicht bemerkt, die Zahl der Strahlen auf dem Boden des Trich- ters ist grösser als die der Zähne. Die Farbe des Thieres ist vorn hellfleischroth, etwas opalisirend, wird nach hinten dunkler, sogar braun, Avährend die starken Wülste hell blei- ben. Die Länge beträgt 24,V-, die Breite 0,4^^- an den Wjülsten, 0,25"- an den dünne- ren Stellen. (Masse am lebenden Thier). Die hier beschriebene Art, durch mehrere Charactere von C. Amphistoma abwei- chend, welche nach delle C'hiaie auch das Mittelmeer bewohnt, nähert sich offenbar mehr C. Uranthus, stimmt aber nicht so weit damit überein, dass ich beide für identisch halten kann; namentlich soll letztere bloss 19 Paare von obern Borstenbündeln tragen. — Die Färbung erinnert an C. lumbricalis Sav. (Sabella lumbricalis. Fabr.). Ich erhielt diese Annelide in Palermo, ohne Röhre, aus dem Meersande hervorgezo- gen. Die Schleimabsonderung ging überaus stark vor sich. Familie der Echiuren Sav STERNASPIS Otto Stern, thalasseinoides oito. Von diesem Wurm bekam ich zwei, etwa zoll-lange Exemplare in Venedig durch die Güte des Herrn Dr. Domenico Nardo. Die Beschreibung und die Abbildungen von Otto *) *) Act. nat. curios. tom. X. pag. 619. lab. L. 68 • passen vollkommen, und lassen nichts zu wünschen ührig. — Alle Borsten sind einfach, (nicht gekerbt, gezähnelt, oder mit Flossen versehen) stark, die der 3 hintern Reihen leicht gekrümmt, nach unten an Länge abnehmend, die vordem, in kleinen Büscheln ste- henden, gerade. Bevor ich diejenigen Arten abhandele, welche zu den Annelides errantes Aud. und Edw. gehören, muss ich noch einige Worte über ein Siphonostomum sagen, ein Ge- nus, mit dem uns Herr Medicinalrath Otto zuerst genauer bekannt gemacht hat, und dem ich seinen Platz noch nicht mit Sicherheit anweisen kann, doch scheint es sich trotz dem Manwel baumartiger Kiemen den Arenicolen und Terebellen anzuschliessen. SIPHONOSTOMUM otto Sipli. papillosum mihi. Ich besitze grössere und kleinere Exemplare, doch waren jene, schon als ich sie frisch erhielt, so verändert, dass ich sie Anfangs fast für ein anderes Genus zu halten ge- neigt war. — Es hatten sich nämlich bei ihnen, wie später die Anatomie ergab, sowohl die in Büscheln stehenden feineren Cirren des Kopfendes, als auch die beiden ansehnliche- ren Tentakeln am Munde, so in's Innere zurückgezogen, dass nichts von ihnen zu erblicken war, und die beiden Paare Borstenbüschel jederseits an den ersten Körperringen erschienen ausserordentlich lang. Erst in den kleineren Exemplaren lernte ich dieses Thier gleich von vorn herein vollständig kennen. — Meine Art ist wesentlich verschieden von dem S. di- plochaitus Otto*); denn bei diesen soll die Haut durchaus glatt und so durchscheinend sein, dass man die Ganglien des Nervenstranges hindurchschimmern sieht, während sie bei meiner Art undurchsichtig und überall mit einer Unzahl feiner Papillen besetst ist. Jede bildet, genauer betrachtet, eine warzige Erhöhung, die in einen zarten Faden oder Zipfel ausläuft. — Die Segmente sind bei weitem zahlreicher als bei S. diplochaitus, schon an einem Individuum von etwa 1% Zoll ■{-) Länge sehe ich an 70, (Otto fand an einem dreizölligen nur c. 40) und an einem grossen, 7,7''- langen an 110, von denen freilich die hintersten schAver zu unterscheiden sind. — Endlich scheinen die Borstenbündel des S. pa- pillosum ungleich dünner, als sie Otto abbildet. — Es giebt jederseits 2 Borstenreihen. Die obern Borsten sind haarförmig, fein zugespitzt, nur leicht gebogen, und bei einer etwa 60fachen Vergrösserung betrachtet, fast in ihrer ganzen Länge deutlich geringelt. Die un- tern hingegen, etwas kürzer und breiter, sind an der Spitze schärfer gekrümmt, erst bei *) Act. nat. cur. tom. X. pag. C2S. t) Die Masse bei den folgenden Anneliden sind an den im Weingeist bewahrten Exemplaren genommen, also kleiner als im Leben. 69 einer IQOfachen Vergrössenmg erkennt man auch an ihnen Ringfurchen, übrigens sind sie dicht längsgestreift. Die vordersten heiden Borstenbündelpaare jeder der 4 Reihen fallen am meisten in die Augen, sie bestehen zwar nur aus 2 — 3 Borsten, erreichen aher bei grossen Thieren zum Theil die Länge eines Ceniimetcrs, und stecken in deutlicheren Haut- hülsen als die übrigen. Ihre Farbe ist gelbbraun. — Die Färbung des Körpers ist grau, an den vordersten 3 — 4 Segmenten bei den kleinern Exemplaren dunkelbraun. — Bald da- hinter erweitert sich der Körper, wird dann aber schnell wiederum dünner; die Grenzfurchen der Abschnitte kann man vorn nur mit Mühe erkennen, bei ihrer Zählung richtet man sich daher leichter nach den Borstenbündeln, deren jedes Segment 2 Paar trägt. Familie der Chaetopterien Aud. uud Edw. CHAETOPTERÜS Cuv. Auch von dieser Familie, welche früher nur aus America bekannt war, besitzt das Mittelmeer Repraesentanten; ich erhielt einen Chaetopterus in Neapel, leider jedoch so ver- stümmelt, dass ich nicht zu bestimmen Avage, ob die Art einerlei mit dem Ch. pergamen" taceus Cuv. oder nicht; jedenfalls war das Thier kleiner als die in den Annales des seien«, natur. tom. 30 gegebene Abbildung. Familie der Ariden Aud. und Edw. ARICIA Savjgny Ar. Cuvieri Aud. und Edw. Leicht zu unterscheiden von der folgenden Art durch die kammartig eingeschnittenen Lappen der Bauchruder und die stärkern Borsten derselben. — Der Kopf ohne Fühlhörner, wodurch diese Species von der, rücksichtlich der Bauchruderlappen ähnlichen A. sertulata Sav. abweicht. — Ar. Latreillii Aud. und Edw. Die genannten Naturforscher besassen keine vollständige Exemplare von dieser Spe- cies; da ich so glücklich war, mehrere Individuen durchaus unversehrt zu erhalten, so bin ich im Stande zu ihrer Beschreibung einiges hinzuzufügen. Der Kopf ist nicht spitz, sondern stumpf, abgerundet. Aus dem Munde tritt bei fast allen meinen Weingeistexemplaren ein kurzer, durch seine lappige, tief eingeschnittene und gekräuselte Ränder sehr ausgebreiteter Rüssel. In der ersten Abtheilung des Körpers, d. h. vor dem Wechsel der Borstenreihen (der beim 23ten oder 21ten Borstenbündel eintritt), haben die Bauchruder ein sehr verschiedenes 70 Ansehen von A. Cnvieri: der fleischige halbmondförmige Lappen desselben ist nicjjt einge- kerbt, sondern ganzrandig, die Borsten, welche in mehreren Reihen die Vorderfläche des Lappens besetzen, geben ihm wegen ihrer brauijen schimmernden Färbung ein eigenes glän- zendes Aussehen, sind verhältnissmässig zarter und länger als in jener Art, und ihre Spit- zen geringelt, (richtiger vielleicht gekerbt, wie eine Säge) e|:was abgesetzt und gebogen. — Die Borsten der obern Bündel erscheinen gekerbt. In der zweiten Abtheilung finde ich die untern Borstenbündel dünner als die oheren, die Borsten an dem obern Ende, oder wenn sie länger sind, in der obern Hälfte geringelt; dagegen die obern Bündel weit höher, scharf zugespitzt, undeutlich gekerbt. Die den Rücken einnehmenden Ranken der obern Bündel, welche bei A. Cuvierii, wie dreieckige Spitzen aussehen, sind hier fadenförmig, unten dick, grösser als die Cirren, die unmittelbar an diesen Bündeln stehen, und bei der andern Art wie schmale Lappen er- scheinen. — Die ersteren rücken einander von beiden Seiten nie so nahe als dort, und die Mitte des Rückens bleibt immer frei. — Die Ranken fehlen gänzlich den ersten 6 Seg- menten, und an den hintersten bemerke ich sie auch nicht, lieber jedes Segment läuft ein mittlerer Ringstreif von hellerer Farbe. Zahl der Segmente 209, bei einer Länge von c. 4c- und einer Leibes-Breite von 2*^-; an 250 bei einem Exemplar von c. 6"'- CIRRATULUS Lamarck Ciir. Lamarckii Aud. und Edw. Schon in der früheren Abhandlung über die Kiemenwürmer habe ich angeführt, dass die Rückenruder der Cirratulen zweierlei Borsten enthalten, stärkere kürzere, (den Acicu- lis vergleichbare, wenn auch nicht wirkliche Nadeln) und längere haarförmige: nunmehr kann ich hinzusetzen, dass auch die Bauchruder der vorderen (c. 34) Segmente von ähnli- cher Beschaffenheit sind. Weiterhin scheinen die längeren Borsten zu fehlen, und man be- merkt nur Querreihen von 4 — 5, durch Zwischenräume getrennten kurzen dunkeln Borsten von gestreckt S förmiger Gestalt. An \ielen derselben sehe ich deutlich, dass ihr Unterende sich hakig umbiegt. Im übrigen stimmt meiqe Art völlig mit der Audouinschen Beschreibung überein, doch bemerke ich einige Exemplare mit sehr viel schmäleren Segmenten, bei welchen nicht der Ring des 7ten, sondern des 5tcn J?'usspaares die Reihe von langen Cirren trägt; soll man sie nur für eine Varietät halten? — In der Beschaffenheit der Borstenbündel iann ich keine Verschiedenheit nachweisen. D|e Cirratulen gehören zu denjenigen Anneliden, welche ich sowohl in Neapel als in Palermo am häufigsten zu Gesichte bekam. 71 Familie der Nereiden And. und Edw. GLYCERA Savigny Glyc. Roiixii Aud. und Edw. Die Farbe meiner Exemplare i.st nicht sovyohl kupferroth als fleischroth zw nennen. Ein Exemplar von c. 7"- Länge zeigt an 140 Segmente. NEPHTHYS Cuv. Nepht. Neapolitana mihi. Wahrscheinlich dieselbe Annelide, welche dellc Chiaie als Nereis Scolopendroi- des") aufgeführt hat, wenigstens stimmen beide darin überein, dass der vordere Theil des Rüssels nicht, wie bei N. Hombergii mit einer, sondern mit mehreren Kreisen von Fühl- fädchen umgeben ist; ich sehe 6, und ihre Länge nimmt desto mehr ab, je mehr sie nach hinten rücken; die hintersten ragen kaum noch etwas vor. — Auch der Bau der Fussruder und die Beschaffenheit der Borsten würde diese Art von der ebengenannten genügend unter- scheiden. Die häutigen Blätter nämlich erscheinen im Verhältniss zu den Borsten bei wei- tem kleiner; die längern Borsten überragen dieselben um das zwei- und dreifache, auch sind sie viel zahlreicher. Es finden sich zweierlei Borsten; kürzere, meist ganz gerade, breitgeringelte, und längere; letztere sind nicht Bajonetborsten, wie in der andern Species, sondern sie bestehen aus einem Stück, an dem man aber eine messerartig breite, sehr lange, äusserst spitz zulaufende, allmählich gekrümmte Partie, und eine untere gerade unterschei- den kann, welche kürzer und schmäler ist; doch existirt keine Grenze zwischen beiden; die Borsten stehen in 2 gegen einander geneigten Reihen, parallel dem Rande ihrer Muskel- scheide. — Das Kiemenzüngelchen, von Gestalt eines dicken Cirrus, das untere Anhäng- sel des obern Ruders, und die Bauchranke bieten nichts besonderes dar; nach dem obern Cirrus habe ich vergeblich gesucht. — Der Kopf, hinten convex abgerundet, trägt 4 kleine Fühlerchen (Fühlfädchen der Rüssellippen) wie in N. Hombergii. — Der Korper endet hinten in einen unpaaren Faden. Ich zählte ungefähr 115 Ringel, bei einer Länge von 9,3*- und 0,2<= Breite. Nepht. Hombergii Aud. und Edw. Eine der gemeinsten Anneliden, die man nach einiger Uebung leicht erkennt an deif dunkeln, wenig glänzenden Färbung ihrer Borstenbüschel, und den breiten Segmenten. Die Bajonetborsten fand ich grossentheils mit viel längern Spitzen versehen als die Figur in *) Memorie Vol. II. tab. XXVIII. Fig. 8. pag. 401. 72 den Annales des sciences zeigt: auch erkannte ich an einigen derselben deutlich, dass sie gedreht waren. HESIONE Savigny Hes. pantherina Risso. Da die Kennzeichen dieses Thieres zu keiner der bisher bekannten 3 Arten genau passen, will ich sie hier ausführlicher hersetzen. Der Kopf ahnt ganzH. pantherina"); er ist durch eine Längsfurche gespalten, mit 4 Augen versehen, der Rüssel mit einem klei- nen oberen unpaaren Wärzchen oder Zäpfchen: aber Fühlfäden konnte ich an meinem Wein- geistexemplar nicht wahrnehmen, vielleicht ist dies eine Schuld des Zufalls. Das Ite Seg- ment trägt 8 Paar Fiihlranken, das 2te bis 17te (inclusive) Borstenbüschel mit je 2 Cirren, das 18te bloss 2 Paar Cirren. Uebrigens sehen die Borsten strohgelb aus, und alle gleich- artig, obwohl etwas anders gestaltet als Audouin und Edwards beschreiben: denn das Anhängsel endigt in zwei Spitzen, von denen die eine breiter und zweimal hinter ein- ander halbmondförmig ausgeschnitten ist an ihrem Längsrande, die andere einfach und schmal. Die Schneide des Anhängsels selbst ist ganz fein gezähnelt; der Stiel der Borste längsgestreift. Einige der hintern Rückencirren übertreffen die Fühlranken des Kopfes so- gar an Länge. Die beiden Rückenfurchen, welche den mittleren Theil des Rückens gegen die seitlichen abgrenzen, fangen beim 3ten Segment an; auf der Bauchseite entspricht ein gleichfalls abgesetzter schmaler Streif dem Nervenstrang, er ist mit feinen Warzenpünkt- chen bedeckt, wie Chagrin. — Der Rücken hell braunroth, schwach Farben spielend, der Bauch heller; (gelbe Querstreifen habe ich am Rücken nicht bemerkt. Länge i,"!"-. Breite 0,5<^- Die beiden Afterfühlranken kommen an Länge den ansehnlichsten Cirren der Fuss- paare gleich (etwa denen des Uten). Risso und Edwards difFeriren über die Zahl der Fusspaare. NEREIS Cuv. (LYCORIS Sav.) Sehr übersichtlich für die Bestimmung der Nereiden haben Audouin und Edwards die allgemeinste Eintheilung darnach gewälilt, ob das obere Rückenruder sich in Gestalt eines Lappens über die Rückenebene erhebt oder nicht: diejenigen, bei welchen dies der Fall ist, unterscheiden sich auf den ersten Blick von den übrigen , und der Bau ihrer Fussruder, in welchen offenbar eine Neigung zu blattartigen Erweiterungen und Anhängen lierrscht, scheint "■enügendc Charactcre abzugeben, um die Arten dieser Abiheilung unter einander zu son- dern. — Wollte man dieses Merkmal allein zum Führer in der zweiten Abtheilung be- nutzen, in welcher jene Theile sich viel weniger auszeichnen, und ein gleichartigeres Ansehen *) Anna), d. sc. nat. Tom. 20. pl. 15. Fig. 4 73 gewinnen, so dürfte man schwerer und nie ganz sicher zum Ziel gelangen; man muss seine Aufmerksamkeit noch auf andere Eigenthünilichkeiten richten. Savigny gieht viel auf das Verhältniss der Breite des ersten Segments zu den folgenden: doch muss man hier minde- stens hinzusetzen, wie man das Mass genommen, ob auf der Bauch- oder Rückenseite, ein Unterschied, der hei einigen Ar(en sehr heträchtlich ist, und schon zu mancherlei kleinen Irrungen Anlass gegeben hat. Mir scheint es aber Torzüglich darauf anzukommen, dass man Charactere hervorhebt, welche wo möglich keiner Veränderung durch die Aufbewahrung dieser Thiere in Weingeist unterworfen sind; diese verbunden mit den obigen, von dem Grade der Erhaltung abhängigen, der Form der Antennen, Cirren u. s. w. werden sichere Resultate liefern. Von solcher Art ist die Beschaffenheit der Borsten, besonders ihrer An- hängsel, und die Anordnung der Fresswerkzeuge. Der ausgestreckte Rüssel der Nereiden besteht aus zwei, durch eine Furche getrennten Ringwülsten, einem vordem, unmittelbar die beiden Kiefer umgebenden und einem hintern, breitern. Gewöhnlich ist der vordere, nicht immer auch der hintere mit kleinen schwarzen Punkten besetzt, (ich will sie Kiefer- punkte nennen), welche, vergrösscrt betrachtet, als hornige Spitzchen erscheinen, analog den Papillen und Häkchen der Arenicolen und Sipunkeln. Ihre Vertheilung nun darf man bei der Beschreibung der Nereidenarten durchaus nicht übersehen. — Alle hier aufgeführte Nereiden gehören zu der Abtheilung mit schmalen Rudern. Ner. Dumerilii Aud. und Edw. Sehr ausgezeichnet durch die Länge der Fühlranken am Kopf, deren ansehnlichste in meinem Exemplar bis zum 22ten Segment reicht, eine andere ist etwa um '/i, die bei- den übrigen um die Hälfte kürzer. — Der Kopf kuiz, fast halbkreisförmig, in 2 schlanke Antennen auslaufend, welche über die äussern, dickern hinüberragen. — Kiefer breit und gezähnt, beide Wülste des Rüssels mit äusserst feinen Kieferpunkten besetzt, Avelche in Querlinien stehen; auf dem hintern giebt es 4 solche Linien, auf dem vordem 2; ich finde beiderlei nur auf der untern Hälfte, und sie entgehen fast dem blossen Auge. Die obern Kiemenzüngelchen spitzer und weiter vorstehend als das untere, der Rückencirrus noch ein- mal so lang als das oberste Züngelchen, der untere etwa gleich lang mit dem untersten. Erstes Segment auf der Bauchseite noch einmal , so lang als das zweite. Borstenanhängsel glattrandig. — Abbildungen findet man bei Audouin und Edwards und bei Rathke *). Ner. pulsatoiia Mont. Die so genaue Beschreibung des Herrn Medicinalrath Rathke*) überhebt mich einer Auf- zählung der Charactere dieser Art; das hur will ich noch bemerken, dass nach einer gütigst *) Zar Fauna der Krj-m. tab. VII. pag. 129 und pag. Ii4. 10 74 miJ gestatteten Untersuchung seiner in der Krym gesammelten Exemplare, auch an diesen die Anhängsel der langen Borsten gesägt erschienen, indessen treten die Zähnchen erst bei einer bedeutenderen Vergrösserung hervor. — Auf beiden Wülsten des Rüssels kommen Kieferpunkte rot: an dem hintern trägt die untere Hälfte 2 Reihen, die obere 2 einzelne Häufdien von 4 — 6 Punkten, an dem fordern sieht man unten einen nach vorn conoaven Halbmond, von dicht zusammengedrängten Punkten, der sich zuweilen in 3 Partieen theilt, uu4 oben 3 Gruppen, von denen die zeitlichen zahlreicher als die mittlere, nur aus 2 Spitz- chen bestehende. Nef. cultrifera mihi. — Fig. 6. — Eine Nereide, der ich diesen Namen gegeben, weil sie ein paar Kieferpunkte trägt, die die Form eines krummen Messers haben, seine Schneide ist convex, der Rücken, mit welchem es festsitzt, doppelt- halbmondartig ausgeschnitten. — Beide^ durch ihre Grösse sogleich in's Auge fallende Kieferpunkte stehen auf der Oberseite des hintern Wulstes, zwi- schen ihnen in einem Dreieck 3 rundliche kleinere Punkte; die Unterseite dieses Wulstes besetzt ein doppelter Gürtel ähnlicher Punkte, während auf dem vordem Wulst, unmittel- bar um die eigentlichen, gekerbten Kiefer, 6 Gruppen noch schwächeier Punkte angebracht sind; die oberste derselben enthält nur 2, , Der Kopf ist langviereckig, hinten, wo die Augen stehen, verbreitert und abgerun- det: zuweilen sehe ich deutlieh auf ihm ein vertieftes Mittelfeld, dessen Ränder parallel de- nen des Kopfes sellist. — Innere Antennen dick, ihre Spitze schneidet mit den äussern ah; die längste Fühlranke reiclit bis zum 6ten Segment. An den Rudern sind die Kienien- züngelchen nicht auseinandergespreizt, (sondern sie nähern sich einander), abgenindet, fast ebensoweit vorstehend als die Cirren; der untere Citrus dünner als der ohere. — Die An- hängsel der langen Borsten sind gesägt, die Borsten ragen überhaupt nicht sehr weit über die Kiemenzüngelchen hinaus. Die Färbung ist vorn fleischrotli. Vom 20ten Segment etwa an braungrau mit weissen Mittelfeldern, unten lieller. Ich zähle an einem Exemplar 63 Körperringe, deren vorderster oben kaum, unten reichlich zweimal so lang als der folgende ist; die ersten Segmente ha- ben eine beträchtliche Breite, im Verhältniss zum Kopf. Länge des Thieres 8,3"^ , Breite 0,6<=- (mit den ßorstenrudern). — Diese Species ist eine der häufigsten Nereiden an der Neapolitanischen Küste. Ner. Costae mihi. Von ähnlichem Habitus als die vorige, allein der Kopf hat mehr eine dreieckige Form, die innern Antennen sind dünn, die äussern im Verhältniss zum Kopf nicht so dick, als 75 dort; das eiste Segment ist oben nicht noch einmal so lang als das ?te, (wähl aber un- ten); die zarten Fühhanken reichen etwa bis zum öten Ringel. Das Hauptmerkmal giebt die Anordnung der Fresswerkzeuge ab: die Kiefer sind schärfer gezähnelt und dünner, und Kieferpunkte giebt es bloss auf dem vordersten Rüssel- wulst, sie sind fein und in 5 ziemlich gleichmässige Gruppen vertheilt; auf dem hintern Wulst fehlen sie gänzlich. Die schmalen Kiemenzüngelchen sperren ein wenig auseinan- der, und laufen spitz zu, das mittelste ist das kürzeste; die Cirren sind fadenförmig, der oberste noch einmal so lang als die oberste Zunge (und als der unterste C'irrus): Borsten weit vorragend. Anhängsel der langen Borsten glatt. Farbe hellfleischroth, zuweilen roth-^ braun, im erstem Fall bemerke ich an den vordem Segmenten oben sowohl als unten ei- nen dunkeln breiten Querstrich, und der obere und untere Rand des Ruders pflegt schwarz zu sein. An einem Exemplar von 3,9''- Länge und 0,3«^- Breite sehe ich 71 Segmente; an einem 9,7*- langen 82. - • Ner. splendida mihi. Eine sehr schlanke Nereide mit langgezogenen Segmenten und daher weit von ein- ander abstehenden Rudern. — • Der rundliche, vorn plötzlich sehr schmale Kopf endigt in ein Paar ziemlich dünner, schnell auseinander weichender Antennen, deren Spitze karnn mit der der äussern (nicht deutlich zweigliedrigen) abschneidet. Die ansehnlichste Fühlranke reicht bis zum 3ten Ringel. — Das vorderste Segment wenig breiter als der Kopf, und (oben) noch nicht doppelt so lang als das folgende, ist von diesem durch keine scharfe Furche abgesetzt, was auch von dem nächsten gilt; (die 5 vordem Ringel nicht breiter als die folgenden). Die Fussruder zeigen mancherlei characteristisches: sie springen weit vor, sind aber nicht hoch, sondern im Gegentheil schmal, die Kiemenzüngelchen nicht durch tiefe Einschnitte gesondert, daher kurz, das oberste aufwärts gekrümmt, der Rückencirrus, unfern der Spitze desselben inserirt, länger als diese, und dünn wie der Bauchcirrns. — Alle Borstenanhängsel, auch die der kurzen Borsten gesägt, (letztere Anhängsel länger als gewöhnlich, und mit einem scharfen Zahn unten an der Schneide versehen). Die Borsten überragen bei weitem die Kiemenzüngelchen, stehen aber spärlich. — Die Bewaffnung des Rüssels ahnt der der N. pulsatoria; den hintern Wulst umgiebt eine Zone von doppelt oder dreifach stehenden Kieferpunkten; auf dem vordem Wulst bemerkt man unten einen Halb- gürtel von feineren, dicht gedrängten, und oben 3, gegen die Kiefer hinlaufende Reihen, von denen die mittelste die kürzeste (sie enthält 2 Punkte). Diese Bestimmung ist nach einem Exemplar mit eingezogenem Rüssel vorgenommen, vielleicht ändert sich die Lage der obern Punkte in etwas, wenn er herrorgestülpt wird. — Die Kiefer sind gezähnelt. 10* 76 Die mittlere Rücken- und Bauchpartic tritt besonders hervor, die Goldfarbe und der Glanz des Körpers erscheinen hier am prächtigsten: jedes Segment trägt an seiner vordem und hintern Grenze einen schwarzen Querstreif. Länge 4,4<^-, Breite 0,2" ; Zahl der Segmente 73. * li: Ner. imbecillis mihi. ,..;, ;,,,;, ij.,,, Schlank gebaut, wenii auch nicht in dem Grade, wie die N. spleridida, der sie übrigens in der Kopf- iind Antenncnbildung ahnt; die Segmente sind verhältnissmässig kür- zer, das erste auf der Unterseite beinahe so lang als die 3 nächsten zusammengenommen. Kiemenblättchen spitzig, das oberste halb so lang als der Rückencirrus, das unterste überragt noch den Bauchcirrus. — Die Borsten stehen weit hervor, ihre Anhängsel sind fein gesägt an ihrer Schneide, die an den untern kurzen Borsten deutlicher als die andern. Die Fresswerkzeuge finde ich wenig entwickelt, die Kiefer nicht gezähnt, die Kieferpunkte schwach ausgeprägt, nur auf den vordem Wulst beschränkt und in 3 kleinen Gruppen ver- theilt; (so wenigstens erscheinen sie bei eingezogenem Rüssel). SYLLIS Savigny In den bisher bekannten Beschreibungen der Gattung Syllis vermisst man eine ge- nauere Angabe über die Beschaffenheit der Borsten. In den von mir untersuchten Species habe ich sie immer von zweierlei Art gefunden; längere d. h. mehr oder weniger haarähn- liche und kürzere, in Häkchen endende; gewöhnlich scheinen sie zusammengesetzt zu sein. (Nadeln d. h. kurze, , .yerhälmissm^sig starke, .^ber nicht hervorragende Borsten kommen, überall vor), ,i-.',i;:, ,. •'.:,:...■■ ' ul'ün Syll. monilaris Sav. Meine Exemplare weichen in einigen Stücken von dieser Species ab, so z. B; sind die obem Girren nicht so kurz gegliedert, die Kopflappen ein wenig länger und spitzer, da- gegen stimmt der Rüssel durchaus überein, — sein Rand ist zahnartig eingeschnitten, und nahe demselben innen und oben sehe ich die kleine hornige Spitze, die vermuthlich beim Einbohi'en in den Sand von Nutzen ist. ^- Die Stellung der Augen ist dieselbe, wie dort, ebenso das Verhältniss der Antennen und der Fühlranken. An den gelben Borsten bemerke ich keine Zusammensetzung: die einen sehen wie et- was gekrümmte, starke Nadeln aus, und ragen kaum über die Oberfläche der Haut hervor, die andern, noch dickeren, endigen in 2, hakig gebogene Spitzen, deren obere, minder ge- krümmte in zwei Zähnchen ausläuft, und sind nicht ganz gerade, sondern in der Mitte buchtig; in manchen Bündeln kann ich nicht mehr als 4 Nadeln im ganzen entdecken. Da das Exemplar nicht vollständig war, konnte ich nicht auf die Länge des Aftersegments ach- ten, welches bei S. monilaris so lang sein soll, als die 3 vorhergehenden. n Syll. vittata miiii. Schon durch die Färbung auffallend: der ganze Körper ist licll- und dunkelbraun han- dirt auf der Rückenscitc, (unten einfarbig hell), und betrachtet man die Zeichnung genauer so sieht man, dass mitten quer über jeden Ring ein breiterer, und an seiner vordem und hintern Grenze ein äusserst schmaler Streif läuft: die beiden feinen Streifen der angrenzen- den Segmente fliessen fast zusanuaen. Die unpaare Antenne ist um ein weniges länger als die seitlichen, an deren IJasis ich Anschwellungen wahrnehme, und steht melir nach hinten. Die Fühlranken und Riicken- cirren übertreffen die Antennen an Länge, zumal die vordem, die in einem Exemplar fast noch einmal so lang erscheinen; die Ringelung derselben ist sehr fein, die Ringel eng an einander gedrängt; die untern Girren glatt; alle Girren dunkelbraun gefärbt. — Die 1 \u- gen stehen in einem Viereck. In den Fussrudern herrschen zusammengesetzte Sichelborsten vor, von der Art ' wie wir sie an den Nereiden kennen d. h. das Anhängsel ist ein kurzes, an der Schneide flach concav ausgeschnittenes Stück; ich sehe deutlich neben dieser concaven Schneide noch ei- nen geradlinigen Saum vorragen, als wäre das Anhängsel von einer Seite durch eine Scheide geschützt. — Ausser den Sicbelborsten finden sich noch ein paar gerade etwas dickere, kaum hervorragende, ebenfalls gelbe. Länge 2,6"-, Breite 0,2'=- (ohne die Girren welche nicht ganz so lang sind als der Rücken breit). Anzahl der Ringel etwa 120, die hintersten äusserst kurz und schwer zu erkennen. Den eingezogenen Rüssel des winzigen Tlüerchens konnte ich nicht untersuchen. — Gefunden bei Palermo. Sjl]. gracilis mihi. In der Zeichnung herrscht einige Aehnlichkeit mit der eben angeführten Art, insofern der Körper gestreift ist, allein das helle Fleischroth kommt überall mehr zum Vorschein. Die mittleren Bänder der Segmente sind nicht gleichartig, sondern verschmälern sich gegen den Rand hin, das umgekehrte findet bei den Streifen auf den Grenzen der Ringel statt. Weiter nach hinten verliert dieses zierliche Muster an Deutlichkeit. — Die farblosen obe- ren Girren sind fat so lang als die Breite des Körpers, die Aftercii-ren länger als in der vorigen Art, ebenfalls farblos, beide deutlich geringelt. Die Kopflappen sind minder breit und mehr vorragend, die Augen in ein Viereck gestellt, die mittlere Antenne etwas län-^er als die seitlichen, alle 3 kaiun länger als die Lappen. — In den Bündeln stehen einfache und zusammengesetzte Borsten. Letztere, mit kurzen Anhängseln versehen, sind dadurch aus- gezeichnet, dass die Schneiden derselben zarte lange Zähnchen tragen, wie bei manchen Nereiden; andere Borsten erinnern an diese Theile bei der Phyllodoce Geoffroyi, wenn 78' man sich das Bajonnet abgebrochen denkt, sie endigen in 2 gerade, ungleich lange, dicht neben einander stehende Spitzen; ausserdem giebt es noch nadelartige kürzere Borsten. Länge 2,4"^, Breite 0,1«- bei einem Thierchcn, welches 84 Segmente besitzt. PHiLLODOCE Savigny Phyll. clavigera Aud. und Edw. Sonst genau passend zu der Beschreibung der Französischen Naturforscher, aber am After habe ich ausser den 2 längern untern Fäden noch 4 ganz kurze obere beobachtet. Am Kamm des Borstenhügels zählte ich etwa 13 Borsten. Phyll. Rathkii mihi. 4 Antennen. Zu jeder Seite des Kopfes 4 Fühlranken, welche, ähnlich wie bei P. laminosa alle in einer Querreihe stehen, doch nicht so ansehnlich, sondern etwa nur so lang als die nächsten Blättercirren der Fussruder sind. Die beiden Augen dunkelbraun. Die Rückencirren , von der Form langgezogenherzförmiger Blätter übertreffen die ähn- lich gestalteten Baucheirren 5 — 6mal an Grösse. Der Stiel der Borsten schwillt nach oben bedeutend an, und trägt ein einfaches messerartig breites, fein zugespitztes, ein wenig ge- krümmtes Anhängsel, (ohne Wiederhaken). Die obern Blätterranken nehmen nach der Mitte an Grösse zu. Afterstiele überaus kurz. — Färbung auf der Rückenseite bläulich- grau, auf der Bauchseite mehr grünlich mit prächtigen stahlblauen Reflexen, die Blätterran- ken oliven- oder noch frischer grün, fein gelbgerändert. — Bei Palermo erhalten. Grosse Exemplare massen 12'^- Länge und an der breitesten Stelle 5*-, (etwa in der Mitte), am Kopf 0,2'-, und bestanden aus etwa 230 Segmenten, kleinere 9"=- Länge und 0,2 — CjS*"- Breite, eines nur 4"- Länge bei 0,2* Breite. — (Masse an lebenden Exemplaren). Phyll. Geoffroyi Aud. und Edw. Ein Kennzeichen, wodurch sich diese Art vor den andern hervorthut, sind die Fühl- ranken hinten am Kopf, von denen es jederseits nur 1 Paar giebt. Die vordem Segmente sind ziemlich schmal, die blättrigen Ranken der Fussruder nicht sehr ausgebreitet, und da- her gewinnt der Vordertheil eine entfernte Aehnlichkeit mit einer Goniada. Auch weiter nach hinten werden die Blätter nie so gross, dass sie einen Theil des Rückens bedecken. Das obere hat ungefähr die Form eines Hufeisens (dem Aussenrande nach), das untere ist länglich viereckig, abgerundet. — Die Borsten ähnlich P. laminosa, d. h. sie laufen in 2 Spitzen aus, eine sehr kurze und eine lange, aus 2 Stücken zusammengesetzte, welche einen kurzen Stiel mit einem Bajonnet darstellen; doch kann ich nicht jene knopfartige An- schwellung bemerken, wie sie Edwards bei P. laminosa darstellt. _ 79 An meinem verstümmelten Exemplar erscheint EPHTHYS Cuv. >'eapolilana mihi ........ 71 Homber^ii A. et E 71 HESIONE Sav. pantherina Risso 7'2 ^EREIS Cuv. Dumerilii A. et E 73 pulsatoria Mont 73 cultrifera mihi 74 Costae mihi . 74 .splendida mihi 7.5 imbecillis mihi 76 ?eite. SYLLIS Sav monilari.s Sav "(j viiiaia mihi 77 giacilis mihi 77 PHYLLODOCE Sav. Clav iget a A. et E 78 Raihkii mihi 78 Geoffroyi .4. et E. 78 ? Farn, der Euniceen Sav. LÜMBRICONEREIS Blainv. '{iiadrisiriaia mihi 79 Xardonis mihi 79 ijiiicornis mihi 80 DIOPATR\ A. et E. Baeri mihi gö jimplex mihi 32 ONUPHLS A. et E. lubicola mihi 82 EÜNlCE Cuv. Gallica Sav 82 Siciliensis mihi 83 Harassii A. et E 83 Farn, der Amphinomeen Sav. PLEIONE Sav. caninculaia Pall, . , . ' 83 EÜPHROSYNE Sav. foliosa A. et E §4 Farn, der Aphroditeeri Sav. SIGALION A. et E. Herminiae A. et E. ....... 84 Maihildae V. et E 84 POLYNÖE Sav elegans mihi 85 plumosa mihi 86 extenuaia mihi 86 tasciculosa mihi 87 maculata mihi 87 squamata Sav S7 APHRODITE Oken. hyslrix Sav .88 aculeata Bast. . ' ... SS 92 In dieser Uebersicht habe ich zugleich mehrere Fehler verbesserl, welche sich in die üeberschriften der einzelnen Beschreibungen eingesclilichen hatten. Da die tiir die systematische Ordnung der Seesierne so einflussreiche Arbeit von Müller und Troschel erst nach dem Druck dieser Abhandlung in meine Hände gelangte, führe ich hier nachträglich die Genera der genannten Herren auf, zu welchen meine Arten gehören: Asteracanthion (Asterias glacialis Lam.), Echinaster (A. seposita Lani. ), ChaeUster (A. subulala), Asteriscus ( A. membranacea Retz), Asterias (A. aurantiaca Otto, bispinosa Otto, platycaanthos Phil.). — Mehie A. coriacea scheint zur Gattung Linckia zu gehören, der trockne Zustand der Exemplare von dieser Asterie wie von A. subulata erlaubt mir nicht die Afleröffnung mit voller Sicherheit 7,u bestimmen, und auch bei A. glacialis gelang es mir nicht sie zu erkennen. Dagegen kann ich, soweit die blos-e äussere Untersu- chung genügt, die Müllersche Entdeckung an A. seposita und membranacea aus eigner Anschauung bestätigen. Was endlich die A. pentacanthos betrifft, so habe ich bereits in der Abhandlung selber mitgetheilt, dass ich an einem meiner Exemplare eine mittlere OeiTnung auf der Rückenfläche entdeckt, die übrigen zeigen an dieser Stelle nur eine fast halbkugelige Erhöhung. Man wird hier also eine neue zu Arcbaster gehörige Art aufstellen müssen. Erklärung «Icr AbliildiiugeD Fig. 1. Aclinia rhododactylos. Fig. 2. Polyporus chamaeleon. Fig. 3. .\noplasomaton utriculus. Fig. 4. Actinia bimaculata. Fig. 5. Actinia aurantiaca. Fi". 6. Der ausgestülpte Pharynx von Nereis cultrifera, von oben gesehen. Fig. 7. Meckelia annulata. Fig. T.a Das Kopfende vergrösserl, von unten gesehen; das rüsselarlige, oft sich schlängelnde Organ tritt aus der vordersten Korperspiize hervor, während der Mund in seiner flachen Grube etwas mehr nach hinten liegt. — Seitlich vorn bemerkt man die linke der beiden Längsfalten. Fig. 8. Polia delineata. Fig. 8.« Kopfende dei selben vergrossert, von unten betrachtet, um die Oeffnung an der Spitze und weiter nach hinten die Mundöffnung in ihrer rundlichen Vertiefung zu zeigen. Seitliche Falten fehlen hier Fig. il. Thysanozoon Diesiiigii. Fig. 9.« Vordertheil im Lmriss, um die Stirnfalten besser zu erkennen. Fig. 10. Borsten und Borsienscheide von Diopatra Baeri. a Eorstenscheide, (aber nur die eine Hälfte des Paares, von welchem die Borste geschützt wird). b Die Horste selbst. Borsten von dieser Art begegnen nur in der obern Partie des Fussruders. c Eine der sehr starken Horsten aus der untern Partie des Fussruders, welche in einen doppelten aber durch ein vorspringendes Blatt geschützten Haken endigt. Fig. 11. Borste von Serpula latiseiosa. Fig. 12. Sfylochus folium. Fig. 12. o Einer der beiden retractilen Fühler vergrössert dargestellt mit den an seiner Basis befindlicher Augenpunkten. Litii-vFBibKbgl840 I